Symbolbild: Der Landtag des Saarlandes in Saarbrücken (Foto: SR / Felix Schneider)

Saar-Fraktionen wollen mehr Einsatz gegen Rassismus

Carolin Dylla   08.06.2020 | 16:01 Uhr

Die Fraktionen im saarländischen Landtag haben sich mehrheitlich für mehr Sensibilisierung der Gesellschaft beim Thema "Rassismus" ausgesprochen. Dabei müsse auch über eine bessere Finanzierung diskutiert werden.

Bestehende Projekte gegen Rassismus stärken und neue aufsetzen: Das wäre aus Sicht des parlamentarischen Geschäftsführers der Linksfraktion Jochen Flackus sinnvoll.

Dass es in der Gesellschaft strukturellen Rassismus gebe, würde der stellvertretende SPD-Fraktionschef Eugen Roth "nicht ausschließen", so die eher zurückhaltende Formulierung. Die Auseinandersetzung damit muss aus seiner Sicht vor allem in der Bildung ansetzen. Wenn man gerade im Saarland als "grenzüberschreitende Kosmopoliten" auftreten wolle, müsse das in alle Institutionen und Organisationen eingespeist werden, so Roth.

Mehr Geld gegen Rassismus?

Da geht auch CDU-Fraktionsvize Bernd Wegner mit: Berichte des saarländischen Innenministeriums zeigten, dass rechtsradikale und rassistisch motivierte Straftaten im Saarland in den letzten Jahren zugenommen hätten. Die gesellschaftliche Arbeit gegen Rassismus müsse "eventuell" auch mit mehr Geld hinterlegt werden, so Wegner.

Das lehnt die AfD dagegen klar ab. Angesprochen auf den mutmaßlich rassistisch motivierten Angriff auf einen Studenten aus Gabun am vergangenen Wochenende in Saarbrücken sagte der stellvertretende AfD-Fraktionschef Rudolf Müller, es müsse nicht "aus jedem Vorfall der, einem gerade passt, zusätzliches Geld für die Sozialindustrie geschöpft werden."

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.06.2020 berichtet.

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