Kreuz hängt in einem Klassenzimmer (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Fraktionen gegen gemeinsamen Religionsunterricht

  21.10.2019 | 19:57 Uhr

Der Religionsunterricht im Saarland bleibt weiter an Konfessionen gebunden. Die Forderung der Landesschülervertretung nach Abschaffung der konfessionellen Trennung und einem gemeinsamen Unterricht wiesen alle Fraktionen im saarländischen Landtag zurück.

Video [aktueller bericht, 21.10.2019, ab Min 14:13.]
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Von einem Ethikunterricht für alle halten die Fraktionen aus unterschiedlichen Gründen nichts. Die CDU spricht vom Recht der Kirchen, ihre Werte auch in der Schule zu transportieren. Zudem werde niemand zur Teilnahme am Religionsunterricht gezwungen. Die SPD verweist darauf, dass der Religionsunterricht aus gutem Grund vom Grundgesetz geschützt sei.

Interview: "Die Schüler müssen die Freiheit haben, zu entscheiden, was sie am Ende glauben"
Audio [SR 3, Interview: Nadine Thielen, 21.10.2019, Länge: 03:37 Min.]
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Die AfD lehnt konfessionsübergreifenden Unterricht mit Blick auf den in ihren Augen großen Graben zwischen Christen und Muslimen ab. Die Linke plädiert dafür, die Form des Religions- oder Ethikunterrichts nach Möglichkeit freizustellen, ihn aber keinesfalls abzuschaffen. Die Gesellschaft brauche gerade jetzt Werteorientierung.

Die Landesschülervertretung im Saarland hatte dafür plädiert, einen einheitlichen, offenen Religionsunterricht ohne konfessionelle Trennung und für alle anzubieten. Ein nach Konfessionen getrennter Unterricht sei "Mittelalter", sagte Landesschüler-Sprecher Usamah Hammoud im SR-Interview.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 21.10.2019 berichtet.

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