Eine Mitarbeiterin der Pflege in Schutzausrüstung betreut einen Corona-Patienten.  (Foto: dpa/picture alliance/Fabian Strauch)

"Fraktion" überlässt Platz im Mitteilungsblatt Pflegekräften

  06.01.2022 | 16:48 Uhr

Die "Fraktion" im Saarbrücker Stadtrat lässt auf dem ihr zustehenden Platz im neuen amtlichen Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt Pflegekräfte ihre Situation schildern. Damit wolle man Kritik sowohl an deren Arbeitsbedingungen, als auch an dem Magazin üben.

"Die Fraktion" stellt im Mitteilungsblatt Pflegekräften Platz zur Verfügung
Audio [SR 3, Simin Sadeghi , 06.01.2022, Länge: 04:04 Min.]
"Die Fraktion" stellt im Mitteilungsblatt Pflegekräften Platz zur Verfügung

Im neuen Mitteilungsblatt der Landeshauptstadt Saarbrücken werden neben amtlichen Bekanntmachungen, Stellenanzeigen und Terminen auch Beiträge der Fraktionen des Saarbrücker Stadtrats veröffentlicht. Die "Fraktion", ein lokaler Ableger von "Die Partei", will auf ihrem Platz aber kein Parteiprogramm verbreiten, sondern Pflegkräfte zu Wort kommen lassen.

Jeden Monat könne je eine Person aus der Pflege oder sonstigen Gesundheitsberufen mit Kontakt zu Corona-Patienten von der Situation in ihrem Beruf berichten, teilte die "Fraktion" mit. Dafür soll die Person ein Honorar von 450 Euro erhalten.

Amtsblatt als Altpapier

"Die Politik schafft es nicht, Menschen in Gesundheitsberufen ordentlich zu entlohnen, außer mit Dankesworten und Klatschen am Fenster", sagt Fraktionsmitglied Michael Franke. "So ein bisschen Geld ist auch mal angebracht." Das Honorar für die Pflegekräfte werde aus dem Budget bezahlt, dass der "Fraktion" als Stadtratsfraktion zur Verfügung stehe.

Mit der Entscheidung zielt die "Fraktion" nicht nur auf Kritik an der Situation der Pflegekräfte, sie stört sich auch am neuen Mitteilungsblatt, das in einer Auflage von 91.000 Exemplaren an alle Saarbrücker Haushalte verteilt wird. "Es ist sinnlos für eine Stadt, die sich als Klimahauptstadt bezeichnet, soviel Altpapier zu produzieren", so Franke. Es gäbe auch andere Möglichkeiten, etwa als digitaler Download.

Über dieses Thema hat auch die Region am Nachmittag am 06.01.2022 berichtet.

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