DFKI (Foto: SR)

In die "Blackbox" von Google, Facebook und Co schauen

Jürgen Rinner / Onlinefassung: Thomas Braun   06.01.2022 | 19:25 Uhr

Nach welchen Kriterien wählen Internetplattformen wie Google und Facebook Informationen aus, die sie ihren Nutzern anzeigen? Und arbeiten sie dabei transparent genug? Das versuchen das DFKI und die Landesmedienanstalt (LMS) in einem gemeinsamen Forschungsprojekt herauszufinden.

Um bestimmte Informationen im Netz zu finden, greifen Nutzer oft auf Google, Facebook, Yahoo und Co zurück. Sie sind Vermittler zwischen denen, die Informationen suchen und denen, die sie anbieten. Laut Gesetz muss sichergestellt werden, dass diese so genannten "Intermediäre" korrekt arbeiten. Die Landesmedienanstalt Saarland muss das im Auge behalten.

Video [aktueller bericht, 06.01.2022, Länge: 3:02 Min.]
DFKI erforscht Algorithmen von Google, Facebook & Co.

Transparenzrichtlinien eingehalten?

Die Plattformen müssten transparent machen, nach welchen Regeln sie Informationen ausspielen, erklärt LMS-Direktorin Ruth Meyer. "Und unsere Aufgabe ist, zu prüfen, ob diese Transparenzrichtlinien eingehalten werden. Und deshalb müssen wir so ein bisschen in die Blackbox dieser Unternehmen schauen können", so Meyer.

Die Auswahl der Informationen erfolgt durch Algorithmen - und die zählen zu den bestgehüteten Geheimnissen von Google, Facebook und Co. Und an diesem Punkt kommt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ins Spiel.

Algorithmen mit KI nachbilden

Auch das DFKI kennt diese Algorithmen zwar nicht, aber es kann sie überprüfen. "Man muss beobachten: Wie wird ausgewählt und entspricht diese Wahl tatsächlich auch den behaupteten Kriterien?", sagt Antonio Krüger, Geschäftsführer des DFKI. Hierzu setze man künstliche Intelligenz ein. "Wir bilden sozusagen nach, wie Google und Co die Auswahl treffen und können dann überprüfen, ob die Transparenz und Diskriminierungskriterien eingehalten werden."

Das Forschungsprojekt ist auf drei Jahre angelegt. Die Landesregierung finanziert das Projekt mit 300.000 Euro.

Über dieses Thema berichtete der aktuelle bericht am 06.01.2022 im SR Fernsehen.

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