Das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte (Foto: Weltkulturerbe Völklinger Hütte/Gerhard Kassner)

Weltkulturerbe drohen hohe Gehaltsnachzahlungen

Thomas Gerber   02.09.2017 | 12:18 Uhr

Der landeseigenen Weltkulturerbe Völklinger Hütte GmbH drohen erhebliche Gehaltsnachzahlungen für ihren Ex-Geschäftsführer Manfred Baldauf. Dem ehemaligen FDP-Landtagsabgeordenten war zum 31. Juli 2015 gekündigt worden. Diese Kündigung aber könnte unwirksam sein. Das Wirtschaftsministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der Saarbrücker Zeitung.

Die 150.000 Euro stehen laut vorläufigem Beschluss des Arbeitsgerichts dem eigentlich gekündigten Geschäftsführer Manfred Baldauf zu. Denn bei dessen Rauswurf gab es offenbar einen folgenschweren Formfehler. Das Kündigungsschreiben sei ihm nicht per Einschreiben zugestellt worden, Baldauf selbst will es nie erhalten haben. Eine Kündigung per Einschreiben war aber offenbar im Vertrag Baldaufs festgeschrieben.

Baldauf will Kündigung nicht erhalten haben

Ein Bote hatte das Schreiben im Sommer 2015 nach Völklingen gebracht und dort einer Mitarbeiterin übergeben. Die Frage ist, ob es dann tatsächlich nicht auf Baldaufs Schreibtisch gelandet, sondern verschwunden ist. Das Gericht scheint jedenfalls davon auszugehen.

Zwar hatte Baldauf danach nicht mehr gearbeitet und Büroschlüssel und Dienstwagen zurückgegeben. Dennoch könnte er arbeitsrechtlich weiterhin Angestellter des Weltkulturerbes gewesen sein - und zwar bis zur Vollendung seines 65. Lebensjahres Anfang 2017. Für die eineinhalb Jahre hätte er dann noch Gehalt zu bekommen. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) nennt das Vorgehen des früheren FDP-Landtagsabgeordneten zwar dreist, will aber erst nach Eingang der schriftlichen Urteilsbegründung entscheiden, ob sie als Aufsichtsratschefin des Weltkulturerbes in Berufung geht.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau am 02.09.2017 berichtet.

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