Blick in einen Gang zwischen Serverschränken in einem Rechenzentrum (Foto: dpa/Susanne Lindholm)

Ideen für das Saarland als IT-Hotspot

Florian Mayer / Carolin Dylla / Onlinefassung: Sandra Schick und Axel Wagner   25.03.2019 | 15:56 Uhr

Wie kann man aus dem Saarland einen der weltweit führenden IT-Hotspots machen? Der Leiter des Helmholtzforschungszentrums für Cybersicherheit, Michael Backes, hat dazu einige Ideen. In einem Konzeptpapier hat er die Vorschläge zusammengefasst. Die Reaktionen aus der Politik sind bislang eher verhalten.

Ein Ansiedlungskonzept, Wohnraum für CISPA-Mitarbeiter und Partnerunternehmen, ein besserer ÖPNV und eine Neuausrichtung der saarländischen Bildungslandschaft - diese vier Punkte sind laut CISPA-Leiter Michael Backes die drängenden Themen, die das Saarland angehen müsste, um den Strukturwandel voranzubringen.

Video [aktueller bericht, 25.03.2019, Länge: 3:42 Min.]
Das Saarland als neuer IT-Hotspot

Video [aktueller bericht, 25.03.2019, Länge: 3:38 Min.]
Interview mit August-Wilhelm Scheer, Scheer-Group

Schulsystem soll IT fokussieren

CISPA-Chef Michael Backes und seine Vision des Saar Valleys
Audio [SR 3, Florian Mayer, 25.03.2019, Länge: 03:15 Min.]
CISPA-Chef Michael Backes und seine Vision des Saar Valleys

Backes würde das Saarland gerne zu einem der weltweit führenden Standorte für Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz machen. Dafür brauche es neben dem Campus des Helmholtzforschungszentrums auch einen Innovationscampus, auf dem sich Firmen und Start-Ups ansiedeln können, sagte der Forscher dem SR. Zudem seien Wohnsiedlungen für CISPA-Mitarbeiter notwendig. Beides müsse durch einen attraktiven ÖPNV untereinander und mit den umliegenden Städten verbunden werden.

Außerdem müsse das saarländische Schulsystem die Ausbildung im Bereich der Informationstechnologie stärker fokussieren. Nur so könnten die Saarländer später wirtschaftlich profitieren.

Video [aktueller bericht, 25.03.2019, Länge: 1:30 Min.]
Reaktion der Franktionen zum Cispa-Konzept

Verhaltene Reaktionen

Die Fraktionen im saarländischen Landtag haben verhalten auf Backes’ Vorschläge reagiert. Sie schätzten seine forsche Art, betonten SPD-Fraktionschef Stephan Pauluhn und der parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Stephan Thielen. Backes habe bereits viel für das Saarland geleistet. Bei der Umsetzung seines Konzeptpapiers werde es aber dennoch keine Sonderbehandlung geben, betonte CDU-Politiker Thielen. Man werde die Wünsche dagegen sorgfältig prüfen und nicht automatisch die Ziele verfolgen, die Backes verfolgt.

Zurückhaltende Reaktion auf Ideenkatalog von CISPA-Chef Backes
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 25.03.2019, Länge: 03:12 Min.]
Zurückhaltende Reaktion auf Ideenkatalog von CISPA-Chef Backes

„Luxusprobleme“

SPD-Fraktionschef Stephan Pauluhn verwies auf die angespannte Finanzsituation des Saarlandes und sprach im Zusammenhang mit Wünschen beispielsweise nach CISPA-Wohndörfern von „Luxusproblemen“. Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jochen Flackus sagte, ein Institut könne nicht die Taktzahl für die Landespolitik vorgeben – und das Land müsse aufpassen, bei der Forschungs- und Industrieförderung nicht monothematisch zu werden, indem man sich nur auf Künstliche Intelligenz fokussiere.

Die AfD dagegen lobte das Papier von Backes. Fraktionschef Josef Dörr sagte, wer internationale Spitzenforscher ins Saarland holen wolle, müsse deren Bedürfnisse und Wünsche schon im Voraus erfüllen. Dafür habe Backes Ideen aufgezeigt.

Über dieses Thema hat auch die Rundschau auf SR3 Saarlandwelle vom 25.03.2019 berichtet.

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