Ford-Schilder  (Foto: picture alliance/Ulrich Baumgarten)

Ford: Müssen auch die Zulieferer bluten?

mit Informationen von Karin Mayer   11.12.2018 | 19:09 Uhr

Die IG Metall geht davon aus, dass der geplante Stellenabbau bei Ford in Saarlouis auch Auswirkungen auf die ansässigen Autozulieferer haben wird. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kündigte unterdessen an, sich für die Arbeitsplätze bei Ford einsetzen zu wollen.

Video [aktueller bericht, 11.12.2018, Länge: 2:55 Min.]
Stellenabbau bei Ford

Robert Hiry von der IG Metall Völklingen sagte dem SR, wenn im Ford-Werk die Nachtschicht wegfalle, habe das Auswirkungen auf den Supplier Park. Er gehe davon aus, dass dann bei den Zulieferern auch keine Nachtschicht mehr gebraucht werde. Der geplante Personalabbau bei Ford treffe die Leiharbeitnehmer besonders hart, weil ihre Arbeitsverhältnisse schlechter geschützt seien. Das Werk brauche jetzt Zukunftsperspektiven und Zukunftsmodelle. Wichtig sei die Solidarität der Werke in dieser schwierigen Situation.

DGB: "Politik muss um Arbeitsplätze kämpfen"

Unterstützung im Kampf um die Arbeitsplätze hat der Deutsche Gewerkschaftsbund angekündigt. Die Geschäftsführerin des DGB-Saar, Bettina Altesleben, sagte, die saarländische Politik müsse mit der IG Metall und den Betriebsräten um die Produktion in Saarlouis kämpfen. "Die Bedeutung von Ford für das Saarland geht weit über die Zahl der Arbeitsplätze hinaus. Und bisher waren es die Beschäftigten, die auch in schwierigen Zeiten durch ihr Engagement und ihre Arbeitskraft dafür gesorgt haben, dass das Werk in Saarlouis seinen aktuellen Status hat", sagte Altersleben.

Stellenabbau bei Ford: Wie sieht die Zukunft aus?
Audio [SR 3, (c) SR, 11.12.2018, Länge: 04:17 Min.]
Stellenabbau bei Ford: Wie sieht die Zukunft aus?

Ford will zum Sommer 2019 die Produktion des C-Max einstellen. Der Van verkauft sich schlecht. Daher soll die Nachtschicht eingestellt werden. IHK-Geschäftsführer Heino Klingen sagte im SR-Interview, der Trend in der Autobranche gehe weg von den Vans und hin zu den SUV. "Der Van ist auf dem absteigenden Ast und SUV werden weiterhin gekauft. Insofern ist es auch Sicht eines Unternehmens nur logisch, dass man versucht, sich umzuorientieren."

Insgesamt will der Autobauer im Werk Saarlouis langfristig 1600 Jobs abbauen.


weitere Informationen
Betriebsrat wirft Ford Vertragsbruch vor
Der Betriebsrat von Ford in Saarlouis wirft dem Unternehmen wegen des geplanten Stellenabbaus Vertragsbruch vor. Das Unternehmen hatte am Montag angekündigt, die Schichten von drei auf zwei zu reduzieren. Rund 1600 Arbeitsplätze sind davon betroffen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 11.12.2018 berichtet.

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