Montageflißeband im Ford Werk Saarlouis (Foto: SR)

Ford erwartet Rückgang bei Auto-Produktion

Wolfgang Wirtz-Nentwig / Onlinefassung: Axel Wagner   20.11.2020 | 16:12 Uhr

Der Ford-Konzern geht für die nächste Jahre von deutlich sinkenden Produktionszahlen in seinen europäischen Werken aus. Werksschließungen oder ein Stellenabbau seien aber nicht geplant.

Deutschland-Chef Gunnar Herrmann erklärte in einem Podcast der „WirtschaftsWoche“, bisher seien die großen Werke des Herstellers auf 400.000 oder 500.000 Einheiten ausgelegt gewesen. Künftig seien eher Zahlen von 250.000 bis 300.000 Einheiten pro Standort zu erwarten. Durch die Umstellung auf Elektroautos werde auch die Wertschöpfung sinken.

Kritik an schneller Umstellung auf Elektroautos

Trotzdem seien weder Werksschließungen noch ein weiterer Stellenabbau geplant. In den letzten zwei Jahren habe es bereits eine erfolgreiche Restrukturierung gegeben.

Gleichzeitig kritisierte Herrmann die von der Politik vorgegebene schnelle Umstellung auf Elektroautos, weil dafür noch die Infrastruktur und Ladestellen fehlten. In diesem Jahr kämen zehn Elektroautos auf eine Ladestation. Nächstes Jahr könnten es schon 20 sein. Hermann sagte, die Thematik der Infrastruktur werde „nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa großflächig verschlafen. Wir planen da den Kollaps.“

Batteriefabrik in Überherrn

Im Saarland deutet sich unterdessen ein Umbruch in der Automobilindustrie an: Am Dienstag kündigte der chinesische Batterieproduzent SVolt den Bau einer großen Produktion für Elektroauto-Batterien in Überherrn an. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) erhofft sich davon nach eigenen Worten auch eine Stärkung für den Ford-Standort in Saarlouis. Ford selbst hat sich bislang nicht dazu geäußert.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja