Holzkreuze als Protest vor dem Fordwerk in Saarlouis (Foto: SR/Patrick Wiermer)

Kreuze als Protest gegen Ford-Entscheidung

mit Informationen von Patrick Wiermer   29.06.2022 | 15:00 Uhr

Mit einer Protestaktion haben Ford-Beschäftigte am Mittwoch auf die Entscheidung des Konzerns reagiert, in Saarlouis keine E-Autos bauen zu wollen. Dabei stellten die Mitarbeiter mehr als 200 Kreuze auf und "beerdigten" damit die Firmenwerte des Autobauers.

Zu Beginn der Veranstaltung um 14.15 Uhr waren es rund 800 Mitarbeiter auf dem Ford-Werksgelände in Saarlouis. Unter dem großen blauen Oval, dem Logo von Ford, legten sie Kränze nieder, zündeten Kerzen an und trugen sich in ein Kondelenzbuch ein.

Protestaktion vor dem Ford-Werk
Audio [SR 3, Heger, Gerd/Wiermer, Patrick, 29.06.2022, Länge: 03:35 Min.]
Protestaktion vor dem Ford-Werk

"Gerechtigkeit, Akzeptanz und Anstand"

Hunderte weiße Kreuze wurden in den Boden geschlagen. Sie trugen Aufschriften wie Gerechtigkeit, Akzeptanz und Anstand. Insgesamt waren es 226 Stück. Die Zahl erinnert an den 22. Juni, den Tag, an dem Ford entschied, ab 2025 keine E-Autos in Saarlouis zu bauen.

Auch eine Woche danach sei die Wut noch groß, sagte der Gesamtbetriebsrat von Ford, Benjamin Gruschka. Spekulationen über einen Einstieg asiatischer Autobauer in Saarlouis hält er für verfrüht. Über einen derartigen Plan B habe niemand mit ihm gesprochen.

Betriebsrat lehnt weitere Kurzarbeit ab

Der Betriebsrat von Ford Saarlouis hat außerdem entschieden, den Antrag der Geschäftsleitung auf Kurzarbeit für den kommenden Monat abzulehnen.

Ein Grund: Ford habe schon vor der Entscheidung Händler aufgefordert, unter anderem mehr Kugas und weniger Focus-Fahrzeuge zu verkaufen. Der Kuga wird in Valencia gebaut. Der Konzernspitze von Ford wird außerdem vorgeworfen, bei der Verteilung von knappen Bauteilen wie Halbleitern deutsche Standorte zu benachteiligen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 29.06.2022 berichtet.

Alle Infos zum Thema:

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Die Entscheidung des Ford-Konzerns und die Folgen
Ford wird sein neues E-Auto nicht in Saarlouis, sondern in Valencia bauen lassen. Wie die Zukunft für den saarländischen Standort und seine mehr als 6000 Mitarbeiter aussieht, ist ungewiss. Ein Überblick über die aktuelle Situation und die Hintergründe.

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