Eine Mitarbeiterin montiert eine Plakette mit dem Ford-Logo. (Foto: dpa/Oliver Berg)

Ford investiert in Köln, Saarlouis weiter ohne Modell

Karin Mayer   26.11.2020 | 17:59 Uhr

Der Ford-Konzern plant offenbar eine Milliardeninvestition in Köln. Nach SR-Informationen soll das Werk umgebaut werden. Köln erhält demnach als erster Standort in Europa den Zuschlag für ein Elektroauto – Saarlouis hat dagegen noch keine Modellzusage. Der Betriebsrat sieht Arbeitsplätze in Gefahr.

Hängepartie bei Ford in Saarlouis geht weiter
Audio [SR 1, Naina Singh / Karin Mayer, 27.11.2020, Länge: 01:54 Min.]
Hängepartie bei Ford in Saarlouis geht weiter

Das Ford-Werk in Saarlouis soll ab dem kommenden Jahr weniger Autos bauen. Laut Betriebsratsinformationen sind dadurch in Saarlouis mehrere hundert Arbeitsplätze gefährdet.

Am Standort Köln dagegen gibt es die Zusage für ein neues Modell: Der Pkw soll auf der Plattform des ID3 von VW gebaut werden. Weitere hohe Investitionen sind den Informationen zufolge auch am Standort Kraiowa in Rumänien geplant. Dort soll der Lieferwagen Transit gefertigt werden.

Zudem soll der Automobilzulieferer Marelli in eine Halle auf dem Ford-Gelände in Köln-Niehl einziehen. Das Unternehmen will ab 2021 Elektromotoren in Köln bauen. Das Unternehmen will rund 160 Mitarbeiter beschäftigen. 60 weitere Arbeitsplätze sind geplant.

Die Ford-Zentrale in Köln will diese Informationen nicht bestätigen. Eine Sprecherin teilte mit, Investitionen an europäischen Standorten würden zu gegebener Zeit kommuniziert.

Luksic warnt vor Jobabbau in Saarlouis

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Oliver Luksic warnte ebenfalls vor weiterem Jobabbau am Standort Saarlouis. Er forderte, dass nicht nur neue Ansiedlungen wie SVolt Investitionshilfen erhalten. Auch bestehende Firmen wie Ford müssten bei der Transformation unterstützt werden. 

Das Ford-Werk in Saarlouis beschäftigt derzeit knapp 5000 Mitarbeiter. Aktuell laufen in Saarlouis 1115 Fahrzeuge pro Tag vom Band. Die Produktionszahl soll ab Februar 2021 auf unter 1000 (965) sinken. Der Produktionsrückgang wird mit dem Teil-Lockdown in mehreren europäischen Ländern und einer schwächeren Nachfrage begründet.

Weniger Focus-Modelle im Verkauf

Wie der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal mitteilte, könne die Kaufprämie für Elektro- und Hybridautos dazu führen, dass im kommenden Jahr weniger Focus-Modelle verkauft werden. Sein Anliegen sei es, den Zwei-Schicht-Betrieb in Saarlouis aufrecht zu erhalten und Beschäftigung durch weitere Maßnahmen zu sichern.

Ein Ford-Sprecher sagte dem SR, die Produktion in den Werken werde regelmäßig an die Auftragslage angepasst. Das sei nichts Neues. Durch Corona und den Brexit müsse allerdings mit weiteren Schwankungen gerechnet werden.

Für 2021 plant das Werk derzeit eine Jahresproduktion von 194.000 Fahrzeugen: 16.000 mehr als im laufenden Jahr.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 26.11.2020 berichtet.

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