Das große Logo von Ford, das auf dem Parkplatz des Werks Saarlouis steht, mit einem Durchfahrt Verboten Schild davor.  (Foto: picture alliance/dpa | Oliver Dietze)

Ford-Management spricht von drei Alternativen

Mit Informationen von Yvonne Schleinhege   23.06.2022 | 10:33 Uhr

In einem Brief, der dem SR vorliegt, hat das Ford-Management seine Entscheidung gegen den Standort Saarlouis begründet - und spricht von drei Alternativen. Betriebsrat und Gewerkschaft haben indes einen harten Kampf um das Werk angekündigt. Am Donnerstag findet eine weitere Betriebsversammlung statt.

Strategische, technisch und finanzielle Daten hätten dazu geführt, dass die Entscheidung zugunsten von Valencia gefallen sei, heißt es in dem Schreiben von Ford-Europa-Chef Rowley. Nun gebe es drei Alternativen für den Standort: Zum einen könnten Teile für andere Ford-Unternehmen gefertigt werden.

Video [aktueller bericht, 23.06.2022, Länge: 2:54 Min.]
Zukunft des Saarlouiser Ford-Werks weiter ungewiss

Möglich wäre auch, dass die Beschäftigung zusammen mit anderen Unternehmen gesichert werde. Eine dritte Option seien Geschäftstätigkeiten mit der Landesregierung.

"Management hat nichts im Köcher"

Der Ford-Betriebsrat hält von diesen Aussagen wenig. Ford habe drei Jahre Zeit gehabt Lösungen zu entwickeln, so Markus Thal, Betriebsratsvorsitzender des Standortes Saarlouis. Das Management habe nichts im Köcher. Dass alles sei ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft.

Nach der Ford-Entscheidung: Kommentar von Yvonne Schleinhege
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 23.06.2022, Länge: 01:40 Min.]
Nach der Ford-Entscheidung: Kommentar von Yvonne Schleinhege

Die Arbeitnehmervertreter kündigten einen harten Kampf um die Arbeitsplätze an. Man werde einen Matchplan entwickeln, der entsprechende Schlagkraft habe, so Lars Desgranges von der IG Metall Völklingen. Ziel sei es die Arbeitsplätze in Saarlouis zu erhalten. Am Donnerstag findet in Saarlouis eine weitere Betriebsversammlung statt.

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Die Entscheidung ist gefallen: Der Ford-Konzern wird sein neues E-Auto künftig nicht in Saarlouis, sondern in Valencia bauen lassen. Wie die Zukunft für den saarländischen Standort und die insgesamt mehr als 6000 Mitarbeiter aussieht, ist ungewiss.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.06.2022 berichtet.

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