Schichtbeginn bei Ford Saarlouis am 4.05.2020 (Foto: Dirk Petry)

Ford baut wieder Autos

Karin Mayer   04.05.2020 | 08:35 Uhr

Nach sechs Wochen Stillstand wegen der Coronapandemie hat das Ford-Werk in Saarlouis die Arbeit wieder aufgenommen. Dabei gelten strenge Sicherheitsstandards. Auch in 18 Zuliefererfirmen läuft die Produktion wieder an.

In allen Werken des Automobilherstellers Ford ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Die Beschäftigten werden auch mit Gesichtsvisieren ausgestattet. Außerdem werden vor dem Werkstor Zelte aufgebaut, wo die Beschäftigen zu ihrer Gesundheit befragt werden. Fieber wird über Wärmebildkameras gemessen.

Erste Schicht nach Schließung bei Ford
Video [SR Fernsehen, aktueller bericht, 04.05.2020, Länge: 02:29 Min.]
Erste Schicht nach Schließung bei Ford

Die Schutzausrüstung wird vor Schichtbeginn auf dem Werksgelände ausgegeben. Der Produktionsstart ist für Ford-Chef Gunnar Herrman ein Prüfstein für das Sicherheitskonzept, das der Konzern in den letzten Wochen ausgearbeitet hat.

Produktion wird schrittweise wieder angefahren

Bei Ford in Saarlouis laufen die Bänder wieder
Audio [SR 3, Karin Mayer, 04.05.2020, Länge: 03:06 Min.]
Bei Ford in Saarlouis laufen die Bänder wieder

Die Werke in Saarlouis und Köln starten mit einer Schicht am Tag. Ford-Chef Gunnar Herrman erwartet, dass durch die Sicherheitsvorkehrungen zunächst weniger Autos pro Schicht gebaut werden. Die Arbeit mit Schutzausrüstung sei eine neue Erfahrung für die Mitarbeiter.

So gut wie jeder Arbeitsplatz sei neu definiert worden. Maske und Gesichtsvisier seien eine zusätzliche Belastung. Das werde sich in den Kapazitäten niederschlagen. Ziel seien 70 Prozent einer normalen Tagesproduktion.

Schichtbeginn bei Ford Saarlouis

Gesundheitsschutz hat oberste Priorität

In der Produktion und in der Verwaltung wurden in den letzten Wochen Acrylwände aufgestellt, um eine Ansteckung zu vermeiden. Alle Mitarbeiter müssen einen Abstand von 1,5 Metern einhalten. Die Kantine bietet künftig Essen zum Mitnehmen an. Auch arbeiten im Home-Office ist eine Option für Mitarbeiter in der Verwaltung.

Weil der Bedarf an Schutzausrüstung groß ist, stellt Ford Gesichtsvisiere und Mund-Nasen-Schutz für die Belegschaft selbst her. Pro Tag werden den Angaben zufolge 4000 Gesichtsvisiere und pro Stunde 60-90 Mund-Nasen-Masken hergestellt. In Großbritannien beteiligt sich Ford außerdem an einem Joint Venture, das Beatmungsgeräte produziert.

Ein Teil der Beschäftigen bleibt in Kurzarbeit

Sechs Wochen lang galt Kurzarbeit für 78 Prozent der Ford-Mitarbeiter. Erstmals waren nach Unternehmensangaben auch Beschäftigte aus Einkauf, Logistik und anderen Verwaltungsbereichen betroffen. Weil Ford im Ein-Schicht-Betrieb startet, bleibt ein Teil der Beschäftigten in Kurzarbeit. Das trifft nach Einschätzungen von Ford-Chef Gunnar Herrman 30 bis 40 Prozent der Mitarbeiter. Nach Informationen des Betriebsrats ist in Saarlouis ein Zwei-Schicht-Betrieb ab kommender Woche geplant.

Januar und Februar waren laut Unternehmen gute Monate für die Ford-Werke in Deutschland. Die Bestellungen aus dieser Zeit sollen jetzt abgearbeitet werden. Sie reichen nach Informationen von Gunnar Herrman, um über viele Wochen stabil zu arbeiten.

18 Zulieferer starten ebenfalls

Außer Ford nehmen auch 18 Zulieferer im Supplier Park und in Saarwellingen die Arbeit auf. Die Zulieferer arbeiten teilweise auch für andere Hersteller und arbeiten schon mit zwei Schichten. Die Alu-Gießerei Nemak in Dillingen beendet ebenfalls den Corona-Stillstand. Dort werden zwei von vier Produktionslinien anlaufen. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.05.2020 berichtet.

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