Eine Mitarbeiterin montiert eine Plakette mit dem Ford-Logo. (Foto: dpa/Oliver Berg)

Wohl weitere 600 Jobs im Ford-Werk Saarlouis gefährdet

mit Informationen von Karin Mayer   24.02.2021 | 19:00 Uhr

Im Ford-Werk Saarlouis sind offenbar weitere 600 Jobs gefährdet. Darüber hat der Betriebsrat die Beschäftigten informiert. Die Ford-Zentrale äußerte sich nicht zum möglichen Stellenabbau.

Anstatt einen Verhandlungstermin für die Zukunft des Ford-Werks in Saarlouis anzusetzen, habe die Geschäftsführung einen Personalüberhang zum Jahresende 2021 angekündigt, so der Betriebsrat. Grund dafür sind eine reduzierte Produktionsrate und weitere Effizienzverbesserungen im Saarlouiser Werk.

Video [aktueller bericht, 24.02.2021, Länge: 3:54 Min.]
600 Stellen im Ford-Werk Saarlouis bedroht

Geschäftsleitung fordert Geduld

Die Ford-Zentrale in Köln äußerte sich nicht zum angekündigten Personalüberhang. Mit Blick auf die Zukunft des Werks in Saarlouis teilte die Geschäftsleitung mit, dass die Beschäftigten sich noch gedulden müssten. Frühestens Mitte 2022 könne eine Entscheidung über ein zukünftiges Produkt fallen. Der Focus bleibe aber bis Mitte 2025 eine wichtige Baureihe.

Video [aktueller bericht, 23.02.2021, Länge: 1:51 Min.]
600 Stellen beim Ford-Werk in Saarlouis in Gefahr

Der Ford-Konzern befinde sich im Transformationsprozess. Für den Umbau zur E-Mobilität sollen weltweit 22 Milliarden Euro Dollar investiert werden. Den ersten Zuschlag habe nun Köln erhalten.

Betriebsrat fordert Sicherheit

Stellenabbau bei Ford in Saarlouis
Audio [SR 3, Karin Mayer , 24.02.2021, Länge: 04:32 Min.]
Stellenabbau bei Ford in Saarlouis

Der Betriebsratsvorsitzende Markus Thal sieht das Management nun in der Pflicht, die Beschäftigung zu sichern. Er fordert Lösungen für der Unternehmensspitze, und schlägt vor, Arbeiten von außen zurück ins Werk zu verlagern. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert ein Zukunftskonzept für den Produktionsstandort Saarlouis.

In Saarlouis sind derzeit knapp 5000 Mitarbeiter beschäftigt. Gefertigt wird das Modell Focus bis Mitte 2025. Eine Zukunftsentscheidung für das Werk will die Geschäftsleitung erst Mitte 2022 treffen.

Rehlinger fordert Zukunftskonzept für Saarlouis

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) kritisierte den drohenden Personalabbau. Das sei kein Zukunftskonzept - genau das werde aber für den Saarlouis benötigt. Das Saarland stehe "seit jeher ohne Wenn und Aber" zum Standort. "Aber das Unternehmen muss auch endlich deutlich machen, wo die Reise hingehen soll."

Für den Chef der Saar-FDP, Oliver Luksic, ist die aktuelle Entwicklung das Ergebnis "schlechter Standortpolitik" von Landes- und Bundesregierung. Durch die "gezielte Abwicklung des Verbrennungsmotors" komme es im Fahrzeugbau zum "Tod auf Raten".

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 23.02.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja