Eine Lehrerin übt mit einer Schülerin Rechenaufgaben. (Foto: dpa/picture alliance/Petra Steuer)

Zwei neue Förderschulen gehen an den Start

Mit Informationen von Stephan Deppen   02.08.2019 | 14:20 Uhr

Mit Beginn des neuen Schuljahres sind am Donnerstag im Saarland zwei neue Förderschulen gestartet: eine staatliche in Altenkessel und eine private in Rappweiler. Träger dort ist die Jugendhilfe Sankt Maria aus Weiskirchen.

Private Förderschule in Rappweiler startet
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 01.08.2019, Länge: 03:01 Min.]
Private Förderschule in Rappweiler startet

Zum Unterrichtsbeginn in zehn Tagen rechnet die Jugendhilfe für die neue Förderschule E in Rappweiler mit sieben oder acht Kindern mit sozial-emotionalem Förderbedarf. Diese sollen in den Klassenstufen drei bis sieben jahrgangsübergreifend von zwei Lehrkräften betreut werden. Die Schulleiterin und die zweite Lehrerin werden vom Land bezahlt – keine Kosten also für den Träger. „Wir werden von der Trägerseite aus noch eine pädagogische Fachkraft reinschicken“, ergänzt Jeannette Michler vom Leitungsteam der Kinder- und Jugendhilfe St. Maria.

Nachfrage zu gering

Möglicherweise kommen noch weitere Kinder hinzu. Ob es eine oder zwei Klassen gibt, wird kurzfristig entschieden. Für die Neugründung einer staatlichen Schule wären sieben Kinder zu wenig. Deshalb kam die Jugendhilfe in Trägerschaft der Hildegardishaus gGmbH aus Rheinland-Pfalz zum Zug. „Das Schulordnungsgesetz regelt einen geordneten Schulbetrieb im Bereich der Förderschulen mit der Aussage, dass es vier aufsteigende Klassen sein müssen, um eine neue Schule zu gründen“, erläutert Pascal Decker, Referatsleiter im Bildungsministerium. „Der Bedarf im Nordsaarland gibt nicht so viele Schüler her.“ Ein privater Träger, so Decker, unterliege dieser Regelung aber nicht.

Für den Träger ist die Förderschule kein pädagogisches Neuland, wie Wolfgang Maring, Geschäftsführer der St. Hildegardishaus gGmbH, feststellt. „In der Eifel, in Düngenheim, da sind wir Schulträger einer zweizügigen Grundschule und mehrerer Schulklassen, was geistig und körperlich behinderte Kinder anbelangt.“ In Rappweiler soll die Schule mit einer Jugend-Intensiv-Wohngruppe vernetzt werden. Man wolle sich jedes einzelne Kind anschauen, so Jeannette Michler, und seinen genauen Bedarf feststellen.

Weite Wege entfallen

Für den Unterricht stehen genug Klassenräume zur Verfügung, dazu kommen ein großes Außengelände, eine Turnhalle und ein Sportplatz. Die Kommunalpolitik hat die Pläne positiv begleitet, die bisher in dem ehemaligen Grundschulgebäude untergebrachten Vereine können in ein Nebengebäude ausweichen.

Für Kinder mit dem speziellen Förderbedarf entfallen durch die neue Schule weite Wege nach Saarlouis oder Neunkirchen. Mit der privaten neuen Förderschule in Rappweiler und der staatlichen in Altenkessel reagiert das Bildungsministerium auf den stark wachsenden Bedarf an sozial-emotionaler Förderung. Ohne weitere Lehrerstellen werden die neuen Angebote allerdings zu weniger Unterrichtsversorgung an anderer Stelle führen.

Bis zum Unterrichtsbeginn am 12. August werden noch letzte Maler- und Räumarbeiten erledigt. Dann soll in die ehmalige Grundschule Rappweiler wieder schulisches Leben einkehren.

An der neuen staatlichen Förderschule in Altenkessel sollen nach Angaben des Bildungsministeriums zwei Gruppen entstehen. Unterrichtet werden sollen fünf Schüler in der ersten Klasse und sechs oder sieben Schüler der Klassenstufen zwei bis vier.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag berichtet.

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