Ein Militärflugzeug hebt in der Ferne von der Startbahn eines Flugplatzes ab. (Foto: SR)

Fluglärm geht leicht zurück

mit Informationen von Peter Ring   18.12.2020 | 14:59 Uhr

Knapp 40.000 Beschwerden wegen Fluglärms über dem Saarland sind bisher in diesem Jahr bei der Bürgerinitiative gegen Fluglärm (BI) eingegangen. Nach BI-Angaben gab es zehn Prozent weniger Kampfjet-Flugbewegungen als im vergangenen Jahr und etwa so viele wie 2018. Die Zahl der Überschallknalle sank etwas.

Video [aktueller bericht, 17.12.2020, Länge: 2:31 Min.]
Fluglärmbilanz für das Jahr 2020

Für Holger Marzen von der Bürgerinitiative ist dies allerdings kein Grund zur Entwarnung. „Das scheint mir keine geplante Entwicklung zu sein“, sagte Marzen dem SR. Allein am Mittwoch wurden dem Tagesbericht der BI zufolge über mehr als vier Stunden hinweg Kampfjetflüge gemessen – oft Formationen mehrerer Maschinen. Summiert wären das rund 18 Flugstunden und etwa 112.000 Liter Treibstoffverbrauch.

Bescheidener Erfolg

Schon seit Jahren leiden Teile des Saarlandes und der Westpfalz unter erheblichem militärischem Fluglärm. Das liegt daran, dass die darüber liegende Flugzone TRA Lauter von den USA, der Bundeswehr und anderen Luftwaffen als Luftkampfübungszone genutzt wird. Dagegen wehrt sich die Bürgerinitiative schon seit langer Zeit.

Video [aktueller bericht, 17.12.2020, Länge: 3:21 Min.]
Interview mit Holger Marzen zum Thema Fluglärm

Ihr Ziel: unnötige Belastungen für die Bürger zu verhindern. Allerdings ist der Erfolg der BI bislang bescheiden. Holger Marzen sagte dem SR, er sehe bei den großen Volksparteien eine zu große Nähe zum Militär.

Wenig Verbesserungen

Menschen wie Dietmar Muno aus Eppelborn fühlen sich über Gebühr belastet. Seit 30 Jahren sei die Region bevorzugtes militärisches Flugübungsgebiet. Es gebe nur geringe Verbesserungen. So dürfe etwa freitags ab 12.00 Uhr nicht mehr geflogen werden. „Wir kamen 2013 hierher, da war es noch ruhig hier“, so Muno. „Doch der Lärm wurde jedes Jahr stärker, nerviger, schlimmer, und irgendwann dachte ich: Ich muss was unternehmen.“

Muno schrieb an Regional- und Bundespolitiker. Doch die hätten nicht viel bewegt, die Lärmbelastung in Teilen der Region sei immer noch eine der höchsten in Deutschland.

Keine Zahlen des Ministeriums

Konkrete Flugzahlen für 2020 kann das saarländische Innenministerium nicht nennen, das obliege dem Bundesverteidigungsministerium. Ein Erfolg sei aber die Anhebung der Flughöhenuntergrenze von drei- auf vier- bis fünftausend Meter und eine bessere Verteilung der Flüge auf andere Übungszonen in Deutschland.

Kritisch sehen viele Bürger auch die Luftbetankungsübungen. „Üben heißt ja, dass da auch mal etwas in die Hose geht“, meint Muno. „Und bei Flugbetankung fliegt ja ein Stratobomber über uns im Kreis beziehungsweise im Oval. Dort hängen sich die Jets dran und versuchen, da Sprit zu saugen. Dass da einiges an Kerosin verloren geht und über uns herunter rieselt, das ist ja normal, aber wir merken es nicht.“

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 17.12.2020 berichtet.

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