Flughafen Saarbrücken-Ensheim (Foto: Pressefoto SHS Strukturholding Saar)

Weniger Passagiere am Saarbrücker Flughafen

Kai Forst / mit Informationen von Karin Mayer   06.11.2018 | 17:10 Uhr

Weniger Flüge, wenige Flugziele – das bedeutet auch sinkende Fluggastzahlen am Saarbrücker Aiport. In diesem Jahr rechnet Flughafenchef Schuck mit weniger als 400.000 Passagieren. Schuld sei vor allem die Pleite von Air-Berlin. Aufsichtsrats-Chef Barke ist damit nicht zufrieden.

„Wir sind im Jahr eins nach der Air Berlin-Pleite. Und eben nicht alle Strecken, die Air Berlin beflogen hat, sind wieder aufgenommen worden, beispielsweise Palma de Mallorca“, sagt Flughafenchef Thomas Schuck. Habe man zu Air Berlin-Zeiten noch 17 Wochen-Verbindungen nach Palma de Mallorca angeboten, seien es in diesem Jahr nur 13 gewesen. Schuck ist mit dieser Situation nicht zufrieden. Hinter den Kulissen wird bereits daran gearbeitet, das Ferien- und Reiseangebot ab Ensheim wieder zu verbessern. Ab April soll es wieder 17 Flüge pro Woche nach Mallorca geben.

Video [aktueller bericht, 06.11.2018, Länge: 3:27 Min.]
Passagierzahlen am Flughafen Ensheim sinken

Mallorca im Winter gestrichen

Doch im Winter müssen Reisende ab Ensheim erstmal auf Angebote nach Mallorca verzichten, denn die beliebte Urlaubsinsel fehlt nun bereits zum zweiten Mal im Winterflugplan. Auch die Kanaren werden im Winter ab Saarbrücken nicht angeflogen. „Unser Bemühen ist immer nur so gut, wie eine Airline oder ein Reiseveranstalter sagt, dass er das eingeht. Und wir stoßen hier vielleicht an die ein oder andere Grenze des Einzugsgebietes“, sagt Schuck.

Leicht rückläufige Passagierzahlen am Flughafen Saarbrücken
Audio [SR 3, Karin Mayer, 06.11.2018, Länge: 03:14 Min.]
Leicht rückläufige Passagierzahlen am Flughafen Saarbrücken

Die Berlin-Verbindungen durch Luxair sieht Schuck indes als zuverlässig an. Aber auch hier seien die Kapazitäten eben geringer als zu Air-Berlin-Zeiten. Doch es tut sich offenbar was. „Ab dem 1. April wird ein größeres Flugzeug eingesetzt, das dann 90 Sitze hat. Wir kommen also sehr nahe an das Angebot von Air Berlin vor der Pleite“, prophezeit Schuck.

Auch die seit einem Jahr angebotene Verbindung nach München läuft nach Anfangsschwierigkeiten nun stabiler – auch weil die Fluggesellschaft BMI nachgebessert hat. Pünktlicher, zuverlässiger und auch einigermaßen ausgelastet, diese Bilanz zieht der Flughafen.

Weniger als 400.000 Passagiere

Dennoch: Weniger Flüge, wenige Flugziele – das bedeutet auch sinkende Fluggastzahlen. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir 400.000 Passagiere erreichen werden. Es werden vielleicht 370.000 oder 380.000 werden.“ Zahlen, mit denen der Aufsichtsrats-Vorsitzende des Flughafens, Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD), nicht zufrieden. „500.000 wäre eigentlich die Zahl, die wir dauerhaft erreichen müssten. Dafür braucht es eine hohe Stabilität in Europa und ein ordentliches politisches Klima in den Zielgebieten. Wir können nur darauf hoffen, dass dort in den nächsten Jahren eine entsprechende Beruhigung eintreten wird.“

Flughafenchef Schuck sieht indes trotz der rückläufigen Passagierzahlen mit Blick auf die finanzielle Situation einen Silberstreif am Horizont. „Langfristig müssen wir die operative schwarze Null erreichen. Zunächst erstmal egal mit wieviel Fluggästen. An dieser schwarzen Null sind wir genau im Plan. Das heißt auch, dass wir uns so ein kleines Stückchen abgekoppelt haben in der Verbesserung der Ergebnisse des Flughafens von der Passagierentwicklung“, so Schuck.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 2-Bilanz am Abend vom 06.11.2018 berichtet.

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