Der Terminal am Flughafen Findel, Luxemburg (Foto: J. Bands/ lux-Airport)

Regionalflughäfen sehen kaum Kooperationspotenzial

Karin Mayer   25.10.2019 | 17:25 Uhr

Luxemburg, Saarbrücken, Metz, Straßburg, Lüttich und Brüssel – in der Großregion gibt es viele Flughäfen. Sie sind auf Hilfen der öffentlichen Hand angewiesen. Die EU will das aber künftig unterbinden. Wie die Zukunft der kleinen Regionalflughäfen aussehen soll, damit hat sich der Interregionale Parlamentarierrat (IPR) bei einer Konferenz in Luxemburg beschäftigt.

Video [aktueller bericht, 25.10.2019, Länge: 3:11 Min.]
Konferenz zu Flughäfen der Großregion

Die Passagierzahlen sinken. Den Airlines fehlen die Flugzeuge und immer wieder sorgen Verspätungen und Streiks für Aufsehen: Die Lage im Flugverkehr ist schwierig. Trotzdem konkurrieren die Standorte um Passagiere und Flugverbindungen. Wichtig wäre aber, dass die Einrichtungen zusammenarbeiten, so die IPR-Verkehrskommissionsvorsitzende Isolde Ries (SPD). Dem SR sagte sie, beispielsweise bei der Sicherheitstechnik oder der Wartung von Maschinen sei das denkbar.

Flughäfen sehen kaum Kooperationspotenzial

Allerdings gestaltet sich eine Kooperation in der Praxis offenbar schwierig. Der Saarbrücker Flughafenchef Thomas Schuck sagte dem SR, die räumliche Distanz sei zu groß. Zudem lägen die Regionalflughäfen in verschiedenen Ländern mit völlig unterschiedlichen Strukturen und Genehmigungsverfahren. Trotzdem könne eine Kooperation bei der Ausbildung Sinn machen. Zudem sprach er sich für einen Austausch der Flughäfen untereinander aus.

Video [aktueller bericht, 25.10.2019, Länge: 3:15 Min.]
SR-Reporter Michael Schneider mit Einschätzung zur Lage der Flughäfen

Der Chef des Flughafens Metz-Nancy Yves Loubet sagte dazu, bisher gelinge es schon nicht, mit Flughäfen in Frankreich zu kooperieren. Grenzüberschreitend sei das noch schwieriger.

Ab 2024 ohne öffentliche Zuschüsse

Konferenz zu Regionalflughäfen
Audio [SR 3, Studiogespräch: Gerd Heger / Karin Mayer, 25.10.2019, Länge: 03:28 Min.]
Konferenz zu Regionalflughäfen

Bei der Konferenz wurde auch über mögliche Abgaben auf Kerosin und die EU-Beihilferichtlinien für Regionalflughäfen gesprochen. Die sehen vor, dass ab 2024 keine Subventionen mehr fließen dürfen. Der Flughafen Saarbrücken will schon 2021 oder 2022 ohne Zuschüsse auskommen. Auch die Airports von Luxemburg und Lüttich wollen die Beihilfe-Richtlinie einhalten. Der Flughafen Hahn kann das nach Angaben eines Vertreters der Landesregierung Rheinland-Pfalz nicht erreichen.

Während die einen nun mehr Unterstützung für die Flughäfen verlangen, fordert der Verkehrsclub Deutschland (VCD) bereits, dass unrentable Flughäfen geschlossen werden. Stattdessen solle der Schienenschnellverkehr gefördert werden.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.10.2019 berichtet.

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