Eine Pflegekraft hält in einem Seniorenheim die Hand einer Bewohnerin (Foto: dpa/Daniel Reinhardt)

Flüchtlinge sollen als Pflegekräfte arbeiten

  04.12.2018 | 17:31 Uhr

In Deutschland herrscht ein akuter Mangel an Pflegekräften. Auch Kliniken und Altenpflegeeinrichtungen im Saarland suchen dringend Personal. Die Landesregierung hat nun ein Programm gestartet, um Flüchtlinge und Migranten in diesen Berufen einzusetzen. Das Projekt wird mit einem Millionenbetrag vom Bund gefördert.

2,2 Millionen Euro gibt das Bundesgesundheitsministerium dem Saarland, um ein Modell zu erarbeiten, wie Flüchtlinge und Migranten im Gesundheitsbereich arbeiten können. Dabei geht es um Ausbildungen im Pflegebereich, aber auch um die Anerkennung von im Heimatland geleisteter Arbeit als Mediziner oder Pfleger.

Video [aktueller bericht, 04.12.2018, Länge: 3:01 Min.]
Saarland startet Programm für ausländische Pflegekräfte

Mehrere Ausbildungsphasen

Ab Januar soll das Projekt umgesetzt werden. Angesprochen werden sollen Migranten und Flüchtlinge, die eine Aufenthaltserlaubnis haben. Sie können bei Interesse ein vierwöchiges Praktikum und im Anschluss eine einjährige Einführungsphase machen. In dieser können sie auch einen Hauptschulabschluss nachholen. Im September 2020 soll dann eine generalisierte Ausbildung zur Pflegefachkraft starten.

Gleiche Regeln für alle

Gesundheitsministerin Monika Bachmann betonte, dass für die Teilnehmer des Programms die gleichen Regeln wie für einheimische Arbeitskräfte gelten: "Wir können nicht für die dringend benötigten Kräfte aus dem Ausland andere Voraussetzungen gelten lassen als für junge Menschen, die hier geboren sind."

Um an dem Programm teilnehmen zu können, müssen Bewerber ein angemessenes Sprachniveau im Deutschen nachweisen oder parallel einen speziellen Sprachkurs belegen. Angesprochen werden sollen etwa 100 bis 200 Migrantinnen und Migranten.

Video [aktueller bericht, 04.12.2018, Länge: 3:40 Min.]
Interview mit Michael Quetting, ver.di Mitarbeiter

Über dieses Thema wurde auch in aktuell vom 04.12.2018 berichtet.

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