Jochen Flackus (Foto: picture alliance / Oliver Dietze/dpa)

Flackus: Mehr Geld statt ÖPNV-Taskforce

  17.10.2018 | 14:17 Uhr

Der Linken-Abgeordnete Flackus hat die vom Wirtschaftsministerium ins Leben gerufene Taskforce gegen den massiven Personalmangel bei Busfahrern kritisiert. Der ÖPNV im Saarland brauche keinen neuen Arbeitskreis, sondern bessere Arbeitsbedingungen, einfachere Strukturen und mehr Geld.

„Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich `nen Arbeitskreis, das wird immer mehr zum Leitmotiv dieser Regierung“, so die Kritik des Linken-Abgeordneten Jochen Flackus. Das Regierungshandeln beschränke sich weitestgehend darauf, wichtige Themen so lange in irgendwelche Untergremien zu verschieben und auszusitzen, bis sie in Vergessenheit geraten seien. Als weiteres Beispiel nennt Flackus die Taskforce der Regierung zur Sportförderung, die bis heute ergebnislos tage.

Flackus fordert Neuanfang

Dementsprechend wenig verspricht sich Flackus von der neuen Taskforce gegen den Busfahrermangel. Ohne zusätzliches Geld für den ÖPNV, einfachere Strukturen und erheblich bessere Arbeitsbedingungen für die Fahrer werde sich nichts ändern. "Um das zu wissen braucht es keinen neuen Arbeitskreis und auch keine teuren Gutachten, sondern es würde ausreichen, wenn sich die zuständige Verkehrsministerin mit den Busfahrern und den Fahrgästen unterhalten würde." Nötig ist nach Ansicht von Flackus ein Neuanfang und in einem ersten Schritt ein einziger Landesbetrieb für den öffentlichen Nahverkehr.

Grüne sehen Britz in der Pflicht

Die Saar-Grünen teilen Flackus Ansicht nicht: Sie sehen in der neuen Busfahrer-Taskforce einen überfälligen ersten Schritt, sofern auch konkrete Taten folgen.  Dass die Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) nun eingreift, werten sie allerdings auch als ein Zeichen für das Versagen der Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) als Saarbahn-Aufsichtsratschefin. "Offenbar traut nun sogar Anke Rehlinger ihrer SPD-Parteifreundin Charlotte Britz nicht mehr zu, die hausgemachten Probleme im Saarbahn-Konzern in den Griff zu bekommen", sagte Grünen-Generalsekretärin Barbara Meyer-Gluche.

Britz dürfe sich nicht weiter wegducken, sondern endlich konkrete Anstrengungen unternehmen. Der Bus-Notstand sei eine Katastrophe für Saarbrücken. "Die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs leidet enorm, dabei ist Saarbrücken auf Grund der massiven Verkehrsprobleme durch Lärm, Abgase und den täglichen Staus auf gute Busverbindungen dringend angewiesen", so Meyer-Gluche.

Taskforce gegen Busfahrermangel

Das saarländische Wirtschaftsministerium hatte am Dienstag eine Taskforce ins Leben gerufen, die sich mit dem Busfahrermangel im Saarland beschäftigen soll. Aktuell besteht sie aus jeweils einem Vertreter für die kommunalen und einem für die privaten Verkehrsbetriebe sowie Mitarbeitern des Ministeriums aus dem Bereich der Arbeitsmarktförderung. Die Arbeitsgruppe soll Maßnahmen erarbeiten, die für mehr Busfahrerausbildungen sorgen und den Job allgemein attraktiver machen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 17.10.2018 berichtet.

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