Das Pflegepersonal eine Krankenhauses schiebt das Rollbett eines Patienten auf die Station (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Waltraud Grubitzsch)

Finanzsituation der Saar-Kliniken weiter angespannt

mit Informationen von Steffani Balle   07.09.2022 | 13:03 Uhr

Die Krankenhäuser im Saarland schlagen erneut Alarm: Wenn nicht schnell finanzielle Unterstützung vom Staat komme, gerate über die Hälfte aller Kliniken schon im kommenden Jahr in Schieflage.

Seit dem Auslaufen des Rettungsschirms im Frühjahr gibt es aus Berlin keine zusätzliche finanzielle Unterstützung mehr für die Krankenhäuser. Das hätte gut gehen können, wäre nicht der Ukraine-Krieg dazwischen gekommen mit den Folgen: Hohe Inflation, explodierende Energiekosten und insgesamt steigende Preise.

Video [aktueller bericht, 07.09.2022, Länge: 3:07 Min.]
Krankenhäuser immer stärker unter finanziellem Druck

Hohe Krankenstand verhindert volle Auslastung

Hinzu kommt, dass die Kliniken ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen können. Bei der SHG etwa stehen nach Auskunft durch Geschäftsführer Bernd Mege rund ein Viertel aller Betten leer. Der Grund ist fehlendes Pflegepersonal, der Krankenstand in dem Bereich sei so hoch wie nie.

Wenn aufgrund von Personalmangel weniger Patienten behandelt würden und damit auch weniger Umsatz gemacht werden könne, gerate die gesamte stationäre Versorgung in eine wirtschaftliche Schieflage.

Finanzsituation der Saar-Kliniken weiter angespannt
Audio [SR 3, Steffani Balle, 07.09.2022, Länge: 03:08 Min.]
Finanzsituation der Saar-Kliniken weiter angespannt

100 Millionen Euro Soforthilfe nötig

Um die Kliniken kurzfristig zu sichern wäre nach Auskunft durch die Saarländische Krankenhausgesellschaft ein Zuschuss von rund 100 Millionen Euro vom Bund als Soforthilfe nötig. Ansonsten stünden im kommenden Jahr mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser vor dem finanziellen Ruin.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 07.09.2022 berichtet.

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