Das Gebäude der Finanzbehörden in Saarbrücken am Stadtgraben (Finanzamt und Finanzministerium) (Foto: imago images/BeckerBredel)

Saarbrücker Finanzämter ziehen auf den Eschberg

Diana Kühner-Mert   07.04.2021 | 19:41 Uhr

Die Saarbrücker Finanzämter Am Stadtgraben und Mainzer Straße ziehen um. Rund 420 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ab Herbst zunächst im Telekom-Gebäude auf dem Eschberg untergebracht.

Finanzämter in Saarbrücken ziehen um
Audio [SR 3, Diana Kühner-Mert , 08.04.2021, Länge: 01:01 Min.]
Finanzämter in Saarbrücken ziehen um

Dass sie an ihrer jetzigen Arbeitsstelle nicht dauerhaft würden bleiben können, das war den rund 200 Mitarbeitern des Finanzamtes Am Stadtgraben schon länger klar. Der Bau ist marode. Akten mussten bereits ausgelagert werden, Büros leergeräumt, weil die Statik Probleme macht.

Dezidierte Belegungspläne listen auf, wo überhaupt was stehen darf. Von einer optimalen Nutzung kann keine Rede sein. Dazu kommen Mängel beim Brandschutz. Insgesamt also: Kein Zustand für eine so wichtige Behörde.

Video [aktueller bericht, 08.04.2021, Länge: 2:58 Min.]
Umzug des Saarbrücker Finanzamtes

Finanzbehörden unter einem Dach

Studiogespräch zum Umzug des Saarbrücker Finanzamtes
Audio [SR 3, Studiogespräch: Simin Sadeghi/Diana Kühner-Mert, 08.04.2021, Länge: 04:01 Min.]
Studiogespräch zum Umzug des Saarbrücker Finanzamtes

Monatelang suchte das Land deshalb nach einem Ausweichquartier. Das ist nun gefunden. Im Herbst ziehen die rund 200 Finanzbeamtinnen und –beamten vom Stadtgraben ins Telekom-Gebäude am Mecklenburgring auf den Saarbrücker Eschberg.

Dort werden sie räumlich – nicht organisatorisch – mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Steuerfahndung und Betriebsprüfung zusammengeführt. Die sitzen derzeit in einem ebenfalls stark sanierungsbedürftigen Gebäude in der Saarbrücker Mainzer Straße, das ebenfalls geräumt werden soll. Ein Umzug also für insgesamt rund 420 Mitarbeiter.

Ein „Glücksgriff“ auf dem Eschberg

Das Telekom-Gebäude jedenfalls ist groß genug. Das Land will mehrere Etagen in zwei Gebäudeteilen anmieten und dort auch ein modernes Kundencenter einrichten. Der saarländische Finanzminister Peter Strobel (CDU) bezeichnet die nun gefundene Lösung als „Glücksgriff“.

Das neue Domizil, ein Bau aus den 1990er-Jahren, erfülle die Anforderungen an eine moderne Finanzbehörde perfekt: „Wir haben optimale Bedingungen, um ein Service-Center einzurichten. Die Büros sind in einem Top-Zustand. Wir haben dort Datenleitungen, die eine hohe Nutzungsintensität gewährleisten. Das Gebäude ist gut angebunden an den ÖPNV. Wir haben ausreichend Parkplätze. Es bietet viele Vorteile für unsere Nutzung.“

Zunächst für fünf Jahre sollen die Räume angemietet werden. Die letzten Details des Mietvertrages würden derzeit ausgehandelt. Dann gehe es an die Ausschreibungen für den Umzug. Der soll im Herbst starten.

Zukunft des bisherigen Standortes ungewiss

Doch wie geht es mit dem jetzigen Gebäude am Saarbrücker Stadtgraben weiter? Schon seit einiger Zeit laufen Untersuchungen zum tatsächlichen Sanierungsbedarf. Die sollen laut Finanzminister Strobel weitergehen, wenn das Gebäude leer ist. Klar ist: Eine Instandsetzung dürfte aufwändig und teuer werden.

Allein um aktuelle Brandschutzauflagen erfüllen zu können, müsste das Land in den kommenden Jahren Millionen investieren. Bei der Entscheidung hat der Denkmalschutz ein gehöriges Wort mitzureden. Denn das Gebäude aus den frühen 1950er-Jahren steht unter besonderem Schutz. Bevor eine Entscheidung fällt, werde sorgfältig geprüft, so der Minister.   

Auch Finanzministerium ist Sanierungsfall

Das gilt auch für das benachbarte Finanzministerium, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht und in die Gesamtbetrachtung mit einbezogen werden soll. Auch dieser Bau muss dringend saniert werden. Bausubstanz und Gebäudetechnik sind fast 60 Jahre alt. Immer wieder müssen aufwändige Sicherungsarbeiten etwa an der Fassade durchgeführt werden.

Die Heizkosten sind zudem enorm, weil der Bau quasi keine Dämmung hat. Derzeit wird laut Ministerium auch für diesen Bau der Sanierungsbedarf ermittelt. Anders als im benachbarten Finanzamt ist ein Umzug der Mitarbeiter hier aber – jedenfalls derzeit – nicht geplant.

Über dieses Thema hat auch die Sendung "aktueller bericht" im SR Fernsehen vom 07.04.2021 berichtet.

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