François Fillon  (Foto: dpa)

Fillon wird konservativer Präsidentschaftskandidat

  28.11.2016 | 06:29 Uhr

Frankreichs früherer Premierminister François Fillon zieht für die französischen Konservativen in die Präsidentschaftswahl. Sein Kontrahent Alain Juppé räumte seine Niederlage am Sonntagabend ein.

SR 2 - "Fillon hatte den klareren Kurs"
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger, 28.11.2016, Länge: 06:19 Min.]
SR 2 - "Fillon hatte den klareren Kurs"

Alain Juppé hat seinem Kontrahenten François Fillon am Sonntagabend in Paris zu dessen "klarem Sieg" gratuliert. Fillon bekam über 66 Prozent der Stimmen. Juppé sprach dem künftigen konservativen Kandidaten zugleich seine Unterstützung für die Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr aus.

Fillon galt bei der Stichwahl als Favorit. Der 62-Jährige hatte bereits die erste Wahlrunde vor einer Woche klar gewonnen. Dabei setzten er und Juppé sich unter anderem gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy durch.

Fillon strebt radikalen Umbruch an

Mit einem sehr wirtschaftsliberalen und strikt wertkonservativen Kurs hat Fillon die Wähler des bürgerlich-konservativen Lagers für sich gewonnen: Die 35-Stunden-Woche will der einstige Premier von Ex-Staatschef Sarkozy abschaffen, Steuern und Abgaben für Unternehmen senken, 100 Milliarden Euro einsparen und 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Das Renteneintrittsalter soll von 62 auf 65 Jahre angehoben werden.

In der Außenpolitik gilt Fillon als russlandfreundlich. Die westlichen Sanktionen gegen Moskau will er aufheben. Zugleich hat er aber betont, dass das Bündnis zu den USA enger und wichtiger sei als das zu Russland.

Über dieses Thema wurde am 27.11.2016 auch in den Hörfunknachrichten berichtet.

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