Der französische Präsidentschaftskandidat Francois Fillon vor der Stichwahl (Foto: picture alliance / dpa / AFP Pool / Thomas Samson)

Fillon soll formell beschuldigt werden

Mit Informationen der dpa   01.03.2017 | 12:55 Uhr

Der französische Präsidentschaftskandidat François Fillon ist wegen des Verdachts der Scheinbeschäftigung seiner Frau von Ermittlungsrichtern vorgeladen worden. Ein Verfahren gegen den Konservativen soll eingeleitet und dieser damit offiziell als Beschuldigter eingestuft werden. Zurückziehen will Fillon sich allerdings nicht.

Der durch eine Scheinbeschäftigungsaffäre belastete französische Präsidentschaftskandidat François Fillon soll formell beschuldigt werden, hält aber an seiner Kandidatur fest. Am Mittwoch sei seinem Anwalt in Paris mitgeteilt worden, dass ein Verfahren gegen ihn eröffnet werden soll, so Fillon. Die zuständigen Untersuchungsrichter hätten ihn für den 15. März vorgeladen.

Verdacht auf Hinterziehung öffentlicher Mittel

Fillons Ehefrau Penelope war jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin ihres Manns angestellt. Enthüllungen in der Zeitung "Canard Enchaîné" hatten aber die Frage aufgeworfen, ob sie tatsächlich Tätigkeiten ausgeführt hatte. Die Justiz ermittelt unter anderem wegen des Verdachts auf Hinterziehung öffentlicher Mittel. Am Freitag war das Verfahren in die Hände von Ermittlungsrichtern gelegt worden. Anfang Februar hatte Fillon während einer Pressekonferenz eingeräumt, es sei ein "Fehler" gewesen, Frau und zwei seiner Kinder zu beschäftigen. Alles sei aber "legal und transparent" gewesen.

Fillon hatte lange als Favorit für die Wahl gegolten, die Vorwürfe hatten seinen Wahlkampf in den vergangenen Wochen aber schwer belastet und ihn auch in den Umfragen zurückfallen lassen. Die französische Präsidentschaftswahl findet am 23. April statt, als Termin für die Stichwahl ist der 7. Mai vorgesehen.

Über dieses Thema wurde auch in der Rundschau am 1. März 2017 berichtet.

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