Logo-Schriftzug der Sparkasse (Foto: Ch. Niessen/SR)

Immer weniger Sparkassen- und Volksbank-Filialen

Peter Sauer / Onlinefassung: Michael Schmitt und Axel Wagner   14.03.2019 | 08:00 Uhr

Die Zahl der Volksbanken- und Sparkassen-Filialen im Saarland ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die Gründe für die Schließungen sind vielfältig. Eine wichtige Rolle spielt die Digitalisierung.

Vor elf Jahren gab es noch 210 Volksbanken und 320 Sparkassen im Saarland. Bis zum Ende des vergangenen Jahres sank die Zahl der Sparkassen um 23 Prozent auf 246. Im gleichen Zeitraum wurden 79 Volksbanken geschlossen. Das ist ein Minus von 38 Prozent.

Video [aktueller bericht, 14.03.2019, Länge: 3:24 Min.]
Weniger Bankfilialen im Saarland

Hauptgründe für die Schließung von Niederlassungen sind Kosteneinsparungen und digitale Bankdienstleistungen, die von immer mehr Kunden genutzt werden. Zudem wurden bei den Volksbanken durch zahlreiche Fusionen einige Filialen geschlossen.

„Die Realität ist eigentlich der sogenannte hybride Kunde“, sagt Carlo Segeth, Vorstandsvorsitzender der Bank 1 Saar eG. „Das merken wir auch, mit deutlich über 50 Prozent. Wir haben es mal ermittelt: so ungefähr 60 Prozent unserer Kunden sind hybride Kunden. Wir haben noch ungefähr 25 Prozent, die ausschließlich die Filiale benutzen und reine digitale Kunden vielleicht 15 Prozent.“

Video [aktueller bericht, 14.03.2019, Länge: 3:26 Min.]
Interview über Senioren und ihre digitalen Berührungsängste

Ältere bevorzugen Filialen

Auch wenn Bankgeschäfte zunehmend digital und sogar mobil per App abgewickelt werden können: Die Filialen sind vor allem für ältere Menschen nach wie vor eine entscheidende Anlaufstelle. „Zunächst sehe ich auch die Versorgung durch die Bank, die muss irgendwo gewährleistet werden auf dem Land“, so Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. „Wenn das nicht möglich ist, aus wirtschaftlichen Gründen, dann sollte man zumindest darauf achten, dass die Leute dann noch an Automaten kommen oder vielleicht auch alternative Zugangswege wie Telefonbanking angeboten werden, weil Onlinebanking eben nicht für jedermann geeignet ist.“

Sparkassennetz weiterhin sehr dicht

Cornelia Hoffmann-Bethscheider, die Präsidentin des Sparkassenverbands Saar, betonte, dass das Saarland im Vergleich aller Flächenländer weiterhin das dichteste Angebot an Sparkassenfilialen habe. Um die Versorgung vor allem älterer Kunden auf dem Land weiter zu gewährleisten, biete die Sparkasse individuelle Dienstleistungen an – zum Beispiel Geldboten, einen Abhol- und Bringservice oder mobile Filialen.

Die Bank1Saar, die größte Volksbank im Saarland, hat beispielsweise ihr Telefonbanking-Angebot ausgebaut und bereitet Videoberatungen vor. Gerade ältere Menschen würden dieses Angebot immer häufiger nutzen, sagte der Vorstandsvorsitzende Carlo Segeth dem SR.

Über dieses Thema haben auch die Hörfunknachrichten vom 14.03.2019 berichtet.

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