Schüler melden im Unterricht. (Foto: picture alliance / dpa | Daniel Reinhardt)

Feriencamps sollen Lerndefizite ausgleichen

mit Informationen von Julia Berdin   17.05.2021 | 20:33 Uhr

Für viele Schülerinnen und Schüler im Saarland haben die coronabedingten schulischen Einschränkungen zu großen Lernlücken geführt. Um die zu schließen, denkt das Bildungsministerium über Lernangebote in den anstehenden Sommerferien nach.

In gut acht Wochen beginnen bereits die großen Ferien. Dann könnte im Saarland ein sogenanntes Schulaufholprogramm aufgesetzt werden, um die zum Teil massiven Lücken zu füllen, die durch die Homeschooling und Wechselunterricht bei den Schülerinnen und Schülern entstanden sind. Der Bund fördert solche Projekte, wenn auch noch unklar ist, welche Projekte genau.

Bildungsausschuss plant Schulaufholprogramm
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 17.05.2021, Länge: 02:04 Min.]
Bildungsausschuss plant Schulaufholprogramm

Pläne noch unkonkret

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sprach am Montag vor dem Bildungsausschuss im Landtag darüber, wie ein Ferienangebot aussehen könnte. Bisher sind die Pläne allerdings noch recht unkonkret. Nur eins ist klar: Reine Ferienschulen mit Stundenplänen zur Aufarbeitung von Lernrückständen sind nicht vorgesehen.

Personal benötigt

Stattdessen soll es Feriencamps an den Schulen geben: eine Mischung aus Freizeitaktivitäten und Förderangeboten, vor allem in den Kernfächern wie Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen. Dafür wird aber zusätzliches Personal gebraucht. Streichert-Clivot denkt da an die Organisationen im Bereich der Erwachsenenbildung. „Aber es sind auch die Unterstützer der freiwilligen Ganztagsschule denkbar, die uns in den vergangenen Monaten über die Pandemie hinweg geholfen haben“, so die Ministerin.

Schulen sollen selbst gestalten

Die konkrete Ausgestaltung der Feriencamps soll den Schulen überlassen werden. „Es muss zu dem passen, was vor Ort das Bedürfnis ist. Und das können die Schulen mit ihren Partnern und Netzwerken vor Ort am besten entscheiden“, sagte Streichert-Clivot.

Die Fraktionen im Bildungsausschuss zeigten sich weitgehend zufrieden. Die Linke betonte aber, die Bundesmittel müssten bald und in allen Schulen ankommen. Die CDU sieht sich in ihren Plänen bestätigt. Man habe bereits im vergangenen Jahr solche Projekte gefordert. „Wir sind jetzt froh und das wurde heute sehr deutlich: Die Sommerschule soll kommen. Die Ministerin sprach auch von Angeboten in den Herbstferien. Das ist ein gutes Zeichen, aber es muss jetzt flächendeckend kommen“, so Wagner.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 17.05.2021 berichtet.

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