Ein Kind während einer Demonstration für die Kita-Öffnung in Potsdam (Foto: imago images / Martin Müller)

Eingeschränkter Regelbetrieb in Kitas ab Juni

  20.05.2020 | 16:41 Uhr

Das Bildungsministerium plant Anfang Juni in den Kitas zu einem "eingeschränkten Regelbetrieb" überzugehen. Der FDP Saar geht das aber nicht weit genug. Sie fordert, die Kitas im Saarland schnell uneingeschränkt zu öffnen. Die aktuelle Lage lasse das zu.

Das saarländische Bildungsministerium plant, ab Anfang Juni in den Kitas zu einem eingeschränkten Regelbetrieb überzugehen. Wie das Ministerium mitteilte, hätten dann alle Eltern grundsätzlich wieder einen Anspruch auf die Betreuung ihrer Kinder in einer Kita. Allerdings könnte es weiter zu Einschränkungen kommen, etwa durch Hygienevorschriften, oder wenn das Betreuungspersonal noch nicht voll zur Verfügung steht.

Das Gesundheitsministerium erarbeitet derzeit einen Musterhygieneplan für die Kindertagesstätten. Er soll sowohl für die Notbetreuung als auch für den eingeschränkten Regelbetrieb gelten. Momentan gilt in den Kitas eine erweiterte Notbetreuung.

FDP fordert Normalbetrieb

Der FDP im Saarland geht das nicht weit genug. Sie mögchte möglichst bald wieder einen Normalbetrieb in den Kitas. Die Partei verweist auf medizinische Studien, nach denen es bei kleinen Kindern keine erhöhte Ansteckungsgefahr gebe. Derzeit gebe es in den saarländischen Kitas eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Viele Eltern bekämen keinen Platz in der Notbetreuung.

Zudem betont die FDP, die Vorteile einer Öffnung der Kitas für Kinder und Eltern seien höher zu bewerten als die "offenbar sehr geringen Gesundheitsgefahren". Bei Kindern mit Vorerkrankungen könne man von der Regel abweichen.

Giffey will Studien aus den Ländern abwarten

Bundesfamilienministern Franziska Giffey zögert hingegen in der Debatte um eine komplette Öffnung von Schulen und Kitas noch. Die SPD-Politikerin verwies im "ZDF-Morgenmagazin" auf Mediziner, die sich nur vage äußerten.

Sie will deshalb vor einer Entscheidung die Ergebnisse verschiedener Studien aus den Bundesländern abwarten. So sollen in Baden-Württemberg in Kürze erste Ergebnisse einer Studie mit rund 2000 Kindern vorgelegt werden.

Mediziner fordern Kita-Öffnung

Einige Kinderärzte und Krankenhaushygieniker haben sich für eine schnelle Kita-Öffnung ausgesprochen. Fünf medizinische Fachgesellschaften haben eine gemeinsame Stellungnahme unterschrieben, darunter der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte. Sie sehen kein erhöhtes Ansteckungsrisiko durch Kinder.

Masken müssten Kita-Kinder nach Ansicht der Fachverbände nicht tragen, sollten sich aber in festen Gruppen aufhalten und "in Grundregeln der Hygiene wie Händewaschen und achtsames Hygieneverhalten im Umgang miteinander, beim Essen und in den Sanitäreinrichtungen spielerisch und kindgerecht unterwiesen werden".

Lohnersatz wird länger gezahlt

Wann die Kitas wieder komplett geöffnet werden können, bleibt aber vorerst unklar. Deswegen hat die Bundesregierung beschlossen, den Lohnersatz für Eltern zu verlängern.

Jeder Elternteil erhält jetzt bis zu zehn Wochen, Alleinerziehende bis zu 20 Wochen, Lohnersatz, wenn sie ihre Kinder in der Corona-Krise wegen geschlossener Kitas und Schulen zuhause betreuen müssen und deswegen nicht arbeiten können.

Bisher konnten Eltern für maximal sechs Wochen 67 Prozent des Nettoeinkommens als Entschädigung, höchstens 2016 Euro im Monat, erhalten. Der Arbeitgeber zahlt das Geld aus und kann es sich von den Behörden erstatten lassen.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 20.05.2020 berichtet.

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