Schüler bei einer Abschlussprüfung (Foto: dpa/Armin Weigel)

Schüler, Eltern und Land zufrieden mit Abiturprüfungen

Daniel Dresen   21.07.2020 | 16:11 Uhr

3315 Schüler haben laut saarländischem Bildungsministerium in Corona-Zeiten erfolgreich ihre Abiturprüfung abgelegt. Trotz anfänglicher Bedenken bezüglich der Durchführung der Prüfungen ziehen Schüler- und Elternvertretung ein positives Fazit.

3315 Schüler im Saarland haben ihr Abitur in der Tasche, das sind nach Angaben des saarländischen Bildungsministeriums 57 mehr als im Jahr 2019. An zwei Schulen finden aufgrund von Erkrankungen von Schülern noch Nachprüfungen statt, so dass sich die Zahlen noch geringfügig ändern können. Der Notendurchschnitt liegt bis jetzt wie im Vorjahr bei 2,37.

Keine Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die diesjährigen Abiturprüfungen
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 21.07.2020, Länge: 01:01 Min.]
Keine Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die diesjährigen Abiturprüfungen

88 Abiturienten erreichten den Notendurchschnitt 1,0 – ein Plus von 19 Schülern gegenüber dem Vorjahr. Ebenfalls 88 Prüflinge haben die Abiturprüfungen nicht bestanden. Das sind 38 weniger als im Jahr 2019.

Kein Corona-Makel

Für die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) sind die Ergebnisse eine Bestätigung, die Prüfungen trotz Corona durchgeführt zu haben. "Mir war es von Anfang an wichtig, dass dem saarländischen Abitur auch im Corona-Jahr kein Makel eines Corona-Abiturs anhaftet und die saarländischen Abiturienten gegenüber denen anderer Bundesländer oder anderer Abitur-Jahrgänge einen Nachteil haben", sagte Streichert-Clivot.

Ungewohnte Prüfungssituation

Erleichtert zeigt sich auch die Landeschülervertretung (LSV). "Entgegen der Erwartungen sind die Ergebnisse zum Glück mit den letzten Jahren vergleichbar", so LSV-Sprecher Marcel Seelbach. Die Landesschülervertretung hatte sich im April noch für ein "Durchschnittsabitur" in der Corona-Krise ausgesprochen. In Saarbrücken hatten Schüler gegen die Durchführung der Abiturprüfungen demonstriert.

Trotz erster Bedenken bezüglich des Konzepts des saarländischen Bildungsministeriums seien die Rückmeldungen zu den Abiturprüfungen "überwiegend positiv". Die Schüler hätten die Zeit des Lernens von zu Hause aktiv genutzt, um sich vorzubereiten.

"Nicht zu vergessen ist jedoch der große Druck, die Unsicherheit der Schüler durch fehlende Perspektiven und der gewachsene Anspruch, was das autodidaktische Lernen angeht", zählt Seelbach auf. Ungewohnt sei auch das Einhalten von Abstands- und Hygieneregeln während der Prüfungssituationen gewesen.

Keine Diskussionen um Aufgaben

Die Landeselternvertretung der Gymnasien ist nach eigenen Angaben sehr zufrieden mit den vom saarländischen Bildungsministerium vorgestellten Ergebnissen. "Es gab unter den Eltern im Vorfeld große Diskussionen, ob und wie die Prüfungen unter diesen besonderen Bedingungen durchgeführt werden können", erinnerte der stellvertretende Vorsitzende Patric Cordier. "Im Nachgang gab es – bis auf kleinere und eher individuelle Beschwerden an vereinzelten Schulen – keine negativen Rückmeldungen."  

Festzuhalten sei auch, dass es keine Kritik an den Aufgaben einzelner Fächer gab. "Wir erinnern uns alle ungern an die Diskussionen um Mathe- und Englischaufgaben in den vergangenen Jahren", sagte Cordier. Wichtig sei, dass in Zukunft die Zweitkorrektur des Abiturs wieder durch Lehrkräfte unterschiedlicher Schulen durchgeführt wird, um eine Gleichwertigkeit des Abiturs an Gymnasien und Gemeinschaftsschulen zu gewährleisten. Diese Regelung war wegen der Corona-Pandemie ausgesetzt worden.

Über dieses Thema hat auch die SR-Nachrichtensendung "aktuell" am 21.07.2020 berichtet.

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