Eine ältere Person hält ein Telefon in der Hand (Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch)

Falsche Ärzte wollen mit „Schockanrufen" an Geld kommen

  01.09.2021 | 14:32 Uhr

Im Saarland sind derzeit Telefon-Betrüger unterwegs, die Angerufene durch eine Schock-Geschichte zu Geldzahlungen bringen wollen. Die Betrüger geben sich laut Polizei als Klinikpersonal aus.

Wie die Polizei bestätigt, geben sich dabei die Anrufer als angebliche Klinik-Ärzte aus und berichten von Angehörigen, die überraschend und schwer an Corona erkrankt seien und im Sterben lägen.

Wahlweise wird auch von schweren Autounfällen gesprochen. Nur aus dem Ausland für teures Geld erhältliche Medikamente beziehungsweise eine teure Behandlung könnten noch helfen. Bereits im Juni gab es solche Anrufe im Saarland.

Mehr als 30 Anrufe am Dienstag

Wie die Polizei dem SR bestätigte, wurden allein der Inspektion Neunkirchen am Dienstag elf solcher Anrufe gemeldet. Im gesamten Saarland seien mehr als 30 Schockanrufe gemeldet worden. Bisher sei der Betrug aber in allen Fällen aufgefallen, bevor Geld geflossen ist.

Der Sohn eines Betroffenen berichtet im Gespräch mit dem SR über genau so eine Situation. Sein Vater sei von einem angeblichen Arzt des Winterbergklinikums angerufen worden. Die Mutter habe dann aber den angeblich im Sterben liegenden Sohn angerufen und erreicht, woraufhin der Betrug aufgefallen sei.

Ähnlich wie die Enkeltrick-Betrüger

Stephan Laßotta vom Landespolizeipräsidium: "Das ist leider kein Einzelfall"
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner / Stephan Laßotta , 01.09.2021, Länge: 03:47 Min.]
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Die Polizei rät, misstrauisch gegenüber Anrufern zu sein, die von einer angeblichen Notlage eines Angehörigen sprechen. Sobald solche Personen Geld verlangen, sollen die Angerufenen sofort auflegen und auf keinen Fall Geld an unbekannte Personen geben.

Zudem sollten die angeblich in Notlage geratenen Personen kontaktiert werden, um einen eventuellen Betrug aufzuklären. Sofern die Nummer des Betrügers sichtbar ist, sollte diese notiert werden. Informationen über familiäre oder finanzielle Verhältnisse sollten ohnehin nicht am Telefon preisgegeben werden.

Laut eines Polizeisprechers handelt es sich um eine neue Variante des bereits bekannten „Enkeltricks“, bei der die Schockwirkung der Nachricht ausgenutzt werden soll, um Zahlungen von 20.000 bis 30.000 Euro zu erzwingen. Immer wieder kommt es in ganz Deutschland zu Telfonbetrügen. Nur sehr wenige Fälle können am Ende aufgeklärt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 01.09.2021 berichtet.

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