Saarländisches Landtagsgebäude (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Ausschuss beschäftigt sich mit Fake Science

Caroline Uhl   05.09.2018 | 07:11 Uhr

Die Veröffentlichungen saarländischer Forscher in zwielichtigen Online-Zeitschriften beschäftigen heute die Landespolitik. Das Wissenschaftsministerium soll im zuständigen Landtagsausschuss berichten, wie die Saar-Uni mit dem Problem der scheinwissenschaftlichen Journale umgeht.

Internationale Recherchen, an denen sich auch der SR beteiligt hatte, brachten es im Juli ans Tageslicht: Hundertausende Wissenschaftler weltweit haben Artikel in zweifelhaften Online-Zeitschriften veröffentlicht. Diese Journale gaukeln wissenschaftliche Standards nur vor. Eine Kontrolle der Texte durch Fachkollegen: meist Fehlanzeige!

Auch 80 Saar-Wissenschaftler als Co-Autoren

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Dubiose Verlage unterwandern Uni-Betrieb [19.07.2018]
Ein Netz von zwielichtigen Unternehmen unterwandert die Wissenschaft weltweit. Getarnt als Zeitschriftenverlage veröffentlichen sie Texte in Online-Journalen und halten dabei grundlegende Regeln der wissenschaftlichen Qualitätssicherung nicht ein. Auch die Saar-Uni ist betroffen.

Auch 80 Wissenschaftler der Saar-Uni tauchten in den vergangenen Jahren als Co-Autoren in pseudowissenschaftlichen Zeitschriften auf. Bezahlt werden derartige Veröffentlichungen oft aus Drittmitteln oder aus den Budgets der Lehrstühle.

Heute wird die Landesregierung auf Antrag der Linksfraktion im Wissenschaftsausschuss des Landtags Rede und Antwort in Sachen „Fake-Journale“ stehen. Schon unmittelbar nach Bekanntwerden der saarländischen Fälle hatte der Präsident der Saar-Uni, Manfred Schmitt, im SR angekündigt, seine Mitarbeiter in Zukunft intensiver über die Problematik zu informieren.

Auch der Stellenabbau der Saar-Uni ist heute Thema im Ausschuss. Statistiken zeigen, dass die Uni seit 2012 über 300 Vollzeitstellen abgebaut hat.


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Über 40 Mediziner des Universitätsklinikums Homburg tauchen in dubiosen Online-Zeitschriften scheinwissenschaftlicher Verlage auf. Die Medizin ist damit so anfällig für die Machenschaften dieser windigen Verlage wie keine andere Fachrichtung an der Universität des Saarlandes. Das könnte am hohen Publikationsdruck in der Medizin liegen – und auch am Geld.


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Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 05.09.2018 berichtet.

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