Produktion in einem Ford-Werk in Nordrhein-Westfalen (Foto: dpa)

Saar-Fahrzeugbauer machen weniger Umsatz

  04.07.2018 | 16:42 Uhr

Deutschlandweit sind die Erlöse von Fahrzeugbauern im vergangenen Jahr gestiegen, im Saarland jedoch sanken sie. Auch die Beschäftigungszahlen entwickelten sich negativ. Fürs laufende Jahr sieht es aber besser aus.

Video [aktueller bericht, 04.07.2018, ab Min. 9:25]
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Der saarländische Fahrzeugbau ist im vergangenen Jahr ins Stottern geraten. Laut einer Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) des Saarlandes erzielten die insgesamt 19 Betriebe mit jeweils mehr als 50 Beschäftigten 2017 einen Umsatz von rund 9,8 Milliarden Euro. Dies sei ein Rückgang um knapp 1,9 Prozent gegenüber 2016. Bundesweit stieg der Umsatz hingegen um 4,5 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten in diesem Produktionssektor hat sich im Saarland entgegen dem Bundestrend negativ entwickelt. Während die Beschäftigung deutschlandweit um 1,4 Prozent zulegte, sank sie hierzulande um 1,7 Prozent.

Den Hauptgrund für diese Entwicklung sieht die IHK in einem Modellwechsel bei Ford, der eine Produktionsumstellung nötig gemacht hatte. Auch die deutlich schwächere Nachfrage aus Großbritannien habe eine Rolle gespielt. Für 2018 sehe die Entwicklung positiver aus. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres habe der Umsatz der Unternehmen neun Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Saarland noch vom Verbrennungsmotor abhängig

Um das Saarland als automobilen Produktionsstandort zu sichern, mahnt die IHK mehr Investitionen in moderne Technologien wie Elektroantriebe, automatisiertes Fahren und vernetzte Autos an. Der Schwerpunkt hiesiger Betriebe läge noch sehr auf klassischen Technologien rund um den Verbrennungsmotor. Diese seien stark vom technischen Wandel betroffen. „Entscheidend für den Erfolg wird die Geschwindigkeit und Intensität des Wandels sein, der sich auf Kunden-, Prozess- und Produktebene vollzieht  – und nicht zuletzt von der Fähigkeit und Bereitschaft der Unternehmen abhängt, auf eine Anpassung ihrer Geschäftsmodelle zu reagieren“, so die Autoren der Studie, IHK-Geschäftsführer Carsten Meier und Pascal Strobel, Leiter des Netzwerkes automotive.saarland.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 4.7.2018 berichtet.

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