Das Verkehrssymbol "Fahrradzone" ist auf den Asphalt einer Straße im Nauwieser Viertel aufgebracht (Foto: IMAGO / BeckerBredel)

Baudezernent weist Kritik an Fahrradzone zurück

Axel Wagner / Mit Informationen von Dorothee Scharner   19.05.2022 | 16:45 Uhr

Saarbrückens Baudezernent Berberich hat die Kritik von ADFC und SPD an der Fahrradzone im Nauwieser Viertel zurückgewiesen. Die Bilanz der Stadt falle „sehr positiv“ aus. Bauliche Maßnahmen seien derzeit nicht geplant. Stattdessen visiert die Stadt einen Kontrolltag mit der Polizei an.

Ein Jahr ist sie jetzt alt, die Fahrradzone im Nauwieser Viertel in Saarbrücken. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und die SPD-Fraktion im Stadtrat sind noch nicht mit ihr zufrieden. Beide stören sich vor allem am nach ihrer Ansicht starken Durchgangsverkehr und fordern „modale Filter“, etwa Poller oder große Blumenkübel.

Keine baulichen Veränderungen – vorerst

Die werden – zumindest vorerst – nicht kommen, wie Baudezernent Patrick Berberich (CDU) im SR-Interview erklärte. „Bauliche Maßnahmen führen natürlich auch zu einer Verkehrsverlagerung innerhalb des Gebietes selbst.“ Deshalb müsse man untersuchen, ob das tatsächlich ein Vorteil sei. Vorerst aber setzt die Stadtverwaltung darauf, „dass sich die Autoteilnehmer an die Verkehrsregeln halten“.

Entsprechende Rückmeldungen, dass dem so sei, lägen auch bei der Stadt vor, so Berberich weiter. „Alle Verkehrsteilnehmer sind gehalten, sich an die Verkehrsregeln zu halten, und davon gehe ich natürlich grundsätzlich mal aus. Aber das hindert natürlich nicht daran, auch gemeinsam mit der Polizei Kontrollen vorzunehmen und Rechtswidrigkeiten auch zu ahnden.“ Die Stadt setze sich auch für einen gemeinsamen Kontrolltag ein.

Berberich: Deutliches Zeichen für Verkehrswende

Berberichs Bilanz nach einem Jahr Fahrradzone im Nauwieser Viertel fällt „sehr positiv“ aus. Er verweist auf den dritten Platz beim Deutschen Fahrradpreis. „Und wir konnten damit natürlich auch ein deutliches Zeichen für die Verkehrswende setzen, weil wir mit dieser Maßnahme unter anderem den Umweltverbund stärken, ein größeres Angebot für den Radverkehr schaffen und insgesamt einen großen Beitrag für die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs leisten.“

Auch die SPD-Kritik, das ganze Geld für den Radverkehr fließe ins Nauwieser Viertel, lässt Berberich nicht gelten. Man habe im Haushalt 2022 und für 2023 insgesamt rund 2,5 Millionen Euro für Radverkehrsprojekte eingeplant. Davon seien 150.000 Euro für die Fahrradzone eingesetzt worden. Der Rest fließe in eine Vielzahl weiterer Projekte, mit denen der Radverkehr gestärkt werden soll.

Ein Jahr Fahrradzone in Saarbrücken
Audio [SR 3, Interview: Dorothee Scharner (c) SR, 19.05.2022, Länge: 05:05 Min.]
Ein Jahr Fahrradzone in Saarbrücken

Baudezernent zuständig

Nebenbei: Der Radverkehrsbeauftragte der Landeshauptstadt, Yannick Seinsoth, wollte sich zur Bilanz und der Kritik an der Fahrradzone gegenüber dem SR nicht äußern, er verwies an den Baudezernenten. Für Berberich kommt das nicht überraschend. „Als Baudezernent decke ich natürlich auch die Verkehrsplanung mit ab, und daher liegt das auch in meinem Zuständigkeitsbereich.“

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Nachmittag vom 19.05.2022 berichtet.

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