Schulklasse ohne Lehrkraft - Symbolbild (Foto: picture alliance/dpa | Christian Charisius)

GEW fordert bessere Bedingungen für Fachkräfte

  07.07.2022 | 19:58 Uhr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland fordert angesichts des kommenden Ganztagsanspruchs an Grundschulen eine Fachkräfteoffensive. Denkbar seien zum Beispiel berufsbegleitende Nachqualifizierungsmöglichkeiten für Assistenzkräfte oder die Anwerbung bilingualer Erzieherinnen und Erzieher aus Frankreich.

Jedem Grundschulkind soll bundesweit bis 2030 eine Ganztagsbetreuung angeboten werden. Das Saar-Bildungsministerium geht dafür von einem zusätzlichen Bedarf von 350 Fachkräften aus. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung kommt hingegen zu dem Ergebnis, dass 800 Erzieher fehlen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Saarland fordert deshalb konkrete Maßnahmen, mit denen Fachkräfte gewonnen werden können. Gute Ansätze sieht die Bildungsgewerkschaft in der Erhöhung der Zahl der praxisintegrierten Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher (PIA). Diese müsse aber noch deutlich ausgeweitet werden.

Hilfe durch Fachkräfte aus dem Ausland

Auch die Anwerbung bilingualer Erzieherinnen und Erzieher aus Frankreich ist nach Ansicht der Gewerkschaft ein richtiger Baustein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und gleichzeitig Kinder sprachlich fördern zu können. Nach wie vor gebe es aber für pädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte aus anderen Ländern viele Hürden bei der Anerkennung ihrer Ausbildungs- und Studienabschlüsse.

Laut Bildungsministerium sind inzwischen auch französische Fachkräfte per Gesetz als Fachkräfte für saarländische Kitas definiert und können so ohne aufwändige Anerkennungsverfahren eingestellt werden.

Nachqualifizierungsmöglichkeiten gefordert

Wichtig um dem Fachkräftemangel zu begegnen, seien darüber hinaus adäquate, berufsbegleitende Nachqualifizierungsmöglichkeiten für Assistenzkräfte wie Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, Integrationshelferinnen und Integrationshelfer oder Heilerziehungspflegehelferinnen und Heilerziehungspflegehelfer.

Diese könnten dauerhaft den derzeit vorherrschenden prekären Beschäftigungsverhältnissen in den Nachmittagsbereichen der Grundschulen entgegenwirken und somit der Fachkräfteerhaltung dienen.

„Eine Ausweitung der notwendigen multiprofessionellen Teams mit unterschiedlichen Professionen steigert gleichzeitig auch die Qualität“, so Liliane Rosar-Ickler, stellvertretende GEW-Landesvorsitzende.

Eine angemessene Bezahlung, die die Arbeit mit besonders schwierigen Herausforderungen honoriere, sowie die Möglichkeit aus Zwangsteilzeitstellen Vollzeitstellen zu machen, würde die Attraktivität für die Arbeit in dem Bereich deutlich steigern und für eine größere Personalkontinuität sorgen.

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