Völklinger-Hütte, Drohnenaufnahme (Foto: Alexander Groß/SR)

Formfehler kostet Weltkulturerbe 150.000 Euro

Thomas Gerber   13.06.2019 | 06:30 Uhr

Ein Formfehler bei der Kündigung ihres Ex-Geschäftsführers Manfred Baldauf kommt die Gesellschaft Weltkulturerbe Völklinger Hütte teuer zu stehen. Vor Gericht einigten sich beide Seiten jetzt auf einen Vergleich. Demnach muss die landeseigene Gesellschaft rund 150.000 Euro an den früheren FDP-Landtagsabgeordneten und Rechtsanwalt zahlen.

Formfehler kostet Weltkulturerbe 150.000 Euro
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 13.06.2019, Länge: 01:08 Min.]
Formfehler kostet Weltkulturerbe 150.000 Euro

Unter Abwägung der Prozessrisiken, so das inzwischen zuständige Kultusministerium, habe man sich auf den Vergleich geeinigt. Heißt: Um die Chancen für das Weltkulturerbe und damit den Steuerzahler stand es vor dem Landesarbeitsgericht offenbar nicht zum Besten, auch das Berufungsverfahren hätte man vermutlich verloren.

Kündigung durch Rehlinger

Der ehemalige FDP-Politiker Baldauf war nach seinem Ausscheiden aus dem Landtag 2010 unter der Jamaika-Koalition Geschäftsführer der Völklinger Hütte geworden. Nachdem der Rechnungshof Doppelstrukturen beim Weltkulturerbe kritisiert hatte, wurde ihm Mitte 2015 von der damals zuständigen Wirtschaftsministerin und Aufsichtsratsvorsitzenden Anke Rehlinger (SPD) gekündigt.

Zwar war Baldauf danach nicht mehr an seinem Arbeitsplatz erschienen, trotzdem klagte er erfolgreich zunächst vor dem Arbeitsgericht auf Fortzahlung seines Gehalts bis zur Vollendung seines 65. Geburtstags im Januar 2017. Dabei ging es nach SR-Informationen um insgesamt rund 180.000 Euro. Gegen dieses Urteil aus erster Instanz hatte der Aufsichtsrat der WVH Berufung beim Landesarbeitsgericht eingelegt.

Streitpunkt: schriftliche Kündigung

Strittig war unter anderem, ob Baldauf - wie in seinem Arbeitsvertrag vereinbart - schriftlich gekündigt worden war. Rehlinger hatte erklärt, das Kündigungsschreiben sei von ihrem Fahrer im Büro von Baldauf abgegeben worden. Baldauf hatte demgegnüber bestritten, jemals ein schriftliches Kündigungsschreiben erhalten zu haben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 13.06.2019 berichtet.

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