Der frühere Landtagsabgeordnete der CDU Thomas Schmitt (Foto: Imago/BeckerBredel)

Thomas Schmitt tritt als Trierer Dezernent zurück

  20.02.2021 | 09:56 Uhr

Der ehemalige saarländische CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Schmitt ist als Ordnungsdezernent der Stadt Trier zurückgetreten. Er hatte sich Mitte Januar gegen das Coronavirus impfen lassen, obwohl er nicht zur Prioritätengruppe eins gehört.

Ordnungsdezernent Thomas Schmitt hatte nach eigenen Angaben am 15. Januar das Trierer Impfzentrum besucht, um den Mitarbeitern vor Ort zu danken. Am Ende der Öffnungszeit seien noch fünf Dosen einer angebrochen Ampulle übrig gewesen. Eine davon habe er bekommen, nachdem alle Mitarbeiter des Zentrums und auch die Kräfte einer nahen Rettungswache bereits geimpft worden seien.

"Dies war ein großer Fehler, wie mir schon beim Nachhauseweg klar wurde", schrieb Schmitt am Freitag auf der Homepage der Stadt Trier. Die Verantwortung für diese Fehlentscheidung liege allein bei ihm. Es habe kein "systemisches Verschulden des Impfzentrums oder der Stadtverwaltung" gegeben. Die zweite Impfung habe Schmitt von sich aus schon vor drei Wochen abgesagt.

Seit 2017 in Trier

"Jeder hätte die Impfung bekommen dürfen, aber nicht ich", betonte der CDU-Kommunalpolitiker. "Auch ein Verfallenlassen der Dosis wäre verantwortbarer gewesen, denn den Schaden, den ich verursacht habe, sehe ich in der Glaubwürdigkeit", so Schmitt.

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) bedauerte den Rücktritt des Ordnungsdezernenten. "Herr Schmitt hat einen Fehler gemacht, ihn eingestanden und gezeigt, dass er den Fehler aufrichtig bedauert. Dass er nun zurücktritt, zeigt seine hohe Integrität und seine Größe", sagte Leibe. Er habe Schmitt in der Vergangenheit als "professionelle Führungskraft" kennen und schätzen gelernt.

Der gebürtige Saarbrücker Schmitt war seit 2017 Ordnungsdezernent in Trier, zuvor war er CDU-Landtagsabgeordneter im Saarland und kulturpolitischer Sprecher der Fraktion.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 19.01.2021 berichtet.

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