Sebastian Greiber (Foto: SR)

Ärger um Grünschnitt-Kosten beim EVS

Florian Possinger / Onlinefassung: Axel Wagner   04.12.2019 | 20:38 Uhr

Beim Entsorgungsverband Saar (EVS) gibt es Streit um die Kosten für den Grünschnitt. Wadgassens Bürgermeister Sebastian Greiber (SPD) fürchtet weitere Kostensteigerungen und übt daher scharfe Kritik.

Greiber sagte dem SR, seit der EVS 2018 die Grünschnitt-Verwertung übernommen habe, seien die Kosten für die Sammlung in Wadgassen explodiert. „Früher, vor 2017, hat der Bürger hier drei Euro für den Kubikmeter bezahlt. Nach den aktuellen Zahlen, die uns für die Zukunft vorliegen, werden wir da sicher bei 15 Euro pro Kubikmeter landen müssen.“ Das sei eine Verfünffachung der Kosten.

Video [aktueller bericht, 04.12.2019, Länge: 3:21 Min.]
Diskussion um Grünschnitt-Kosten

Mehrkosten befürchtet

Jetzt befürchtet Greiber, nochmal zur Kasse gebeten zu werden. Denn vor zwei Jahren sollten die Kommunen schätzen, wieviel Grünschnitt sie dem EVS anliefern. Sie kamen auf insgesamt 44.000 Tonnen. Tatsächlich sind es jetzt aber nur 22.000 Tonnen. Durch den erheblichen Unterschied entstehen dem Verband Kosten, die nun vermutlich an die Kommunen weitergegeben werden.

„Viele andere Kommunen haben sich da deutlich verschätzt“, so Greiber. Nun werde wohl vorgeschlagen, die Mehrkosten, die durch diesen Fehler entstanden sind, der Allgemeinheit aufzubürden. „Und da bin ich der Meinung, für die Gemeinden, die ihre Hausaufgaben gemacht haben, richtige Schätzungen abgegeben und gut kalkuliert haben, die dürfen am Ende nicht der Dumme sein, der das alles bezahlen muss.“

Kommunen haben sich verschätzt

Einige Kommunen wie etwa Nohfelden, Dillingen oder auch Illingen haben sich bei ihrer Mengenschätzung deutlicher mehr vertan als andere. Sie sollten aber nicht allein die Kosten tragen müssen, heißt es beim EVS. „Der Verteilmaßstab ist eine Sache, die der Aufsichtsrat letztlich entscheiden muss“, sagte EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann dem SR. „Wir werden sehen, welches System wir da haben. Aber ich gehe mal davon aus, dass wir das ganze hier im solidarischen Gedanken verteilen.“

Greiber wäre es am liebsten, der EVS hätte die Grünschnittverwertung gar nicht oder wenigstens mit mehr Vorlaufzeit von der Landesregierung übertragen bekommen. Im Umweltministerium ist man jedoch zufrieden mit der Umsetzung durch den EVS und erinnert daran, dass es bei der Diskussion nicht nur um Kosten gehen sollte. „Es geht uns eigentlich in erster Linie um eine ökologische und hochwertige Verwertung unseres Bioguts“, so Staatssekretär Sebastian Thul (SPD).

Ab 2021 keine Schätzungen mehr

Ab dem nächsten Jahr sind auch die übrigen 21 Kommunen Teil des EVS-Systems, die bislang die Grünschnittverwertung noch selbst verwalten. Dann werden die Karten nochmal neu gemischt. Der Entsorgungsverband ist daher zuversichtlich, ab 2021 die Kosten für die Kommunen reduzieren zu können. Denn dann gibt es keine Schätzungen mehr, nur noch tatsächliche Mengen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 04.12.2019 berichtet.

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