In der Evangelischen Kirche in St.Wendel-Dörrenbach (Foto: SR)

Kirchen und Land prüfen Kooperation

Michael Thieser / Onlinefassung: Axel Wagner   03.09.2019 | 16:55 Uhr

Die evangelischen Kirchen im Saarland und die Landesregierung wollen eine stärkere Kooperation prüfen. Das ist das Ergebnis eines Treffens am Dienstag. Die Kirchen müssen außerdem mit immer weniger Pfarrern auskommen.

Einmal im Jahr empfängt die Landesregierung die Kirchen zu einem Meinungsaustausch über aktuelle Fragen. Am Dienstag waren der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski und der Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad zu Gast in der Staatskanzlei.

Video [aktueller bericht, 03.09.2019, Länge: 3:22 Min.]
Kirche und Land zusammen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung

Konkrete Absichtserklärungen

"Lange bevor es Fridays for Future gab, gab es Sundays for Future"
Audio [SR 2, Thomas Shihabi, 03.09.2019, Länge: 06:07 Min.]
"Lange bevor es Fridays for Future gab, gab es Sundays for Future"

Zwei Tage nach der Landtagswahl in Sachsen und in Brandenburg herrschte dabei Einigkeit, dass mehr getan werden muss gegen Extremismus und für den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft.

Weitreichende Beschlüsse gab es keine, aber doch einige konkrete Absichtserklärungen. So wollen die Landesregierung und die evangelischen Kirchen prüfen, inwieweit eine Zusammenarbeit in ländlichen Regionen Sinn macht, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Gebäuden. Dazu soll schon bald ein Folgetreffen stattfinden.

Ziel müsse es sein, die vorhandenen Dienstleistungen und sozialen Angebote aufrecht zu erhalten und zwar trotz der der negativen demografischen Entwicklung in vielen Kommunen, so Ministerpräsident Tobias Hans. Aufgabe der Politik sei es, sichtbar zu bleiben und sich zu kümmern. Der Präses der rheinisches Landeskirche Manfred Rekowski betonte, dies sei das beste Mittel gegen Hass und politischen Extremismus.

Im Saarland droht Pfarrermangel

Allerdings stehen auch die Kirchen selbst vor großen Herausforderungen. Vor dem Hintergrund, dass die Generation der Babyboomer demnächst in den Ruhestand geht, werde es nicht gelingen, alle frei werdenden Pfarrerstellen wiederzubesetzen. Die evangelische Kirche will deshalb in Zukunft noch stärker Laien und Ehrenamtler in die Seelsorge und den Gemeindedienst einbinden.

Im Saarland leben derzeit rund 170.000 evangelische Christen, bezogen auf die Gesamtzahl der Kirchenmitglieder sind dies etwa 18 Prozent.

Über dieses Thema hat auch die SR 3 Region am Nachmittag vom 03.09.2019 berichtet.

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