Magnus Jung (Foto: Imago/BeckerBredel)

Jung kündigt Gespräch mit Kreuznacher Diakonie an

Mit Informationen von Steffani Balle   17.09.2022 | 16:27 Uhr

Der saarländische Gesundheitsminister Jung (SPD) hat angekündigt, sich in der kommenden Woche mit der Leitung der Kreuznacher Diakonie zusammenzusetzen. Hintergrund ist die Schließung des evangelischen Krankenhauses in Saarbrücken, die der Träger am Freitagabend bekannt gegeben hatte.

Das Evangelische Krankenhaus Saarbrücken schließt. Das hat der Träger, die Kreuznacher Diakonie, am Freitagabend mitgeteilt. Ganz überraschend kommt der Schritt nicht.

Als kleinste Klinik in der Landeshauptstadt hatte sich das Evangelische Krankenhaus in der Vergangenheit einen guten Ruf in der chirurgischen Orthopädie erarbeitet. Der war mit einem Schlag verloren, als vor fünf Jahren einem jungen Fußballer nach einer misslungenen Behandlung der Unterschenkel amputiert werden musste.

Seither ist der Träger, die Kreuznacher Diakonie, damit aufgefallen, dass sie ihr Krankenhaus in Neunkirchen verkaufen – und jetzt eben das Evangelische Krankenhaus in Saarbrücken schließen will.

Jung kündigt Gespräch mit Kreuznacher Diakonie an
Audio [SR 3, Steffani Balle, 17.09.2022, Länge: 02:34 Min.]
Jung kündigt Gespräch mit Kreuznacher Diakonie an

"Sozialplan in Arbeit"

Auf seiner Website schreibt das Unternehmen, man arbeite an einem Sozialplan für die 114 angestellten Ärzte und Pflegekräfte sowie für das übrige Personal. Das geschehe gemeinsam mit der Mitarbeitervertretung und in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium.

Letzteres weist Gesundheitsminister Magnus Jung (SPD) von sich: Vielmehr sei er erst wenige Stunden vor der Verkündung der Schließpläne vom Träger informiert worden. Kommende Woche will er sich mit der Leitung der Kreuznacher Diakonie zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

"Medizinische Versorgung voll gewährleistet"

Die medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger Saarbrückens sei voll gewährleistet, auch wenn das Evangelische Krankenhaus bald nicht mehr zur Verfügung steht, versicherte der Minister im SR-Gespräch. Es gebe ja neben den beiden großen Kliniken auf dem Winterberg und dem Rastpfuhl außerdem noch die Kliniken in Dudweiler und auf dem Sonnenberg.

Lutze fordert Erhalt des Krankenhauses

Der Kreisvorsitzende der Saarbrücker Linken, Thomas Lutze, betonte angesichts der Schließung, dass Krankenhäuser vollständig in die öffentliche Hand gehörten. Weder private Kapitalgesellschaften noch kirchliche Träger hätten in diesem Segment des Gesundheitswesens etwas zu suchen.

„Landeshauptstadt und die Landesregierung sind jetzt gefordert ein Konzept zu entwickeln, damit das evangelische Krankenhaus auch nach einem Ausstieg der Kreuznacher Diakonie weiter betrieben werden kann“, so Lutze.

Grüne: Ambulante Versorgung in den Fokus nehmen

Die Grünen im Stadtrat äußerten Bedauern über die geplante Schließung. Sie fordern, dass wie angekündigt das Hospiz zügig ausgebaut und die geplante  Einrichtung für begleitetes Leben im Alter umgesetzt wird. Darüber hinaus solle es Bestrebungen geben, den Standort durch ein medizinisches Versorgungszentrum für ambulante Fälle zu ergänzen. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 17.09.2022 berichtet.

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