Symbolbild: Belgien, Brüssel: Flaggen der Europäischen Union wehen im Wind vor dem Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel. Die Wirtschaft in der Europäischen Union wird nach Einschätzung der EU-Kommission wegen der Coronavirus-Krise dieses Jahr schrumpfen (Foto: dpa / picture alliance / Arne Immanuel Bänsch)

Strobel: "Europa in guten wie in schlechten Tagen"

mit Informationen von Lisa Huth   09.05.2020 | 14:41 Uhr

Anlässlich des diesjährigen Europatags am 9. Mai hat der saarländische Europaminister Peter Strobel die Bedeutung einer noch engeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Coronakrise hervorgehoben. Gerade für das Saarland als Grenzregion im Zentrum Europas sei das essenziell.

Europatag - ohne Robert Schuman undenkbar
Audio [SR 3, Frank Hofmann, 09.05.2020, Länge: 03:02 Min.]
Europatag - ohne Robert Schuman undenkbar

Die Herausforderungen seien aktuell besonders groß. „Wir sind getrennt von unseren europäischen Nachbarn, einkaufen oder Urlaub im Nachbarland sind aktuell nicht möglich. Das Coronavirus hat uns – aber vor allem den jüngeren Generationen – gezeigt, dass offene Grenzen nicht selbstverständlich sind“, sagte der CDU-Politiker.

Keine neuen Grenzen im Kopf

Mit Blick auf Tausende Pendler zwischen Frankreich, Luxemburg und dem Saarland betonte Strobel, dass man über einen gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum reden müsse. „Wir dürfen nicht zulassen, dass durch die temporären Grenzschließungen neue Grenzen in den Köpfen entstehen und Vorurteile ihren Platz finden.“

"In guten wie in schlechten Tagen"

Die Krise mache aber auch deutlich, wie der Zusammenhalt in der Europäischen Union funktionieren kann. Für die Europäische Union sieht Strobel nun wichtige Aufgaben. Der Wiederaufbau der Wirtschaft nach der Pandemie, der Klimaschutz oder das nächste pandemische Ereignis könne nur gemeinsam bewältigt werden. „Der Europäische Gedanke kann nicht nur bei Sonnenschein propagiert werden oder, wie es in anderem Zusammenhang heißt: In guten wie in schlechten Tagen!“

Mehrere Aktionen zum Europatag

Der Europatag erinnert an die Erklärung des ehemaligen französischen Außenministers Robert Schuman am 9. Mai 1950. Dieser hatte vorgeschlagen, die Kohle- und Stahlindustrie der einstigen Kriegsgegner Deutschland und Frankreich zusammenzulegen und damit den Weg für die Gründung der EU geebnet.

Im Saarland gab es am Samstag Aktionen an den zum Teil geschlossenen Grenzen, unter anderem an der Brücke der Freundschaft in Kleinblittersdorf und in Schengen. Die wichtigste Botschaft, die von Schengen und den anderen Orten ausging: Die Grenzen sollen wieder geöffnet werden und zwar für alle, nicht nur für Pendler.

Ein Kommentar von Lisa Huth
"Europa muss kooperativer werden"

In Schengen war auch die Vorsitzende der Europa Union Saar, Margriet Zieder-Ripplinger, zu Gast, um ein Zeichen zu setzen. Sie ist davon überzeugt, dass der Druck auf Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) so groß ist, dass er die Grenzen wieder komplett öffnen muss.

Außerdem hat Tobias Hans als Präsident des Gipfels der Großregion eine digitale Mitmachaktion gestartet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 09.05.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja