Holocaust-Überlebende Esther Bejarano (Foto: picture alliance/dpa)

Auschwitz-Überlebende rappt gegen Neonazis

  24.01.2019 | 08:54 Uhr

Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano erzählt heute in der Aula Sulzbach von ihren Erfahrungen in Auschwitz. Begleitet wird die gebürtige Saarländerin von der Hip-Hop-Gruppe Microphone Mafia. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr.

Dass Holocaust-Überlebende als Zeitzeugen in Schulen gehen, ist normal. Dass sie sich mit einer Hip-Hop-Band auf die Bühne stellen und von ihrer Biografie erzählen, ist aber eher ungewöhnlich. Die 94-jährige Esther Bejarano will über das berichten, was ihr in Auschwitz widerfahren ist.

Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano in Sulzbach
Audio [SR 2, (c) SR, 24.01.2019, Länge: 02:19 Min.]
Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano in Sulzbach

Gemeinsam mit der Rap-Band Microphone Mafia tourt Bejarano bereits seit 2009 von Ort zu Ort und bewegt das Publikum mit Lesungen aus ihrer Biografie und einem Songprogramm, das in verschiedenen Sprachen gesungen und als Rap neu interpretiert wird. Die Künstler singen und rappen mehrsprachig. Auf jiddisch, italienisch, türkisch und deutsch werden alte und neue Lieder vorgetragen, darunter jiddische Lieder, Rapsongs und Lieder der Arbeiterbewegung. Zusätzlich erzählt und liest Esther Bejarano aus ihren Erinnerungen.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 war Esther Bejarano, die damals noch Loewy hieß, 14 Jahre alt. Als Tochter eines jüdischen Kantors verbrachte sie eine bis dahin glückliche Kindheit und Jugend - erst in Saarbrücken, dann in Ulm. Der Nazi-Terror zerstörte alles. Esther selbst überlebte das Vernichtungslager Auschwitz dank der Musik: Sie war Akkordeonistin des berühmten Mädchenorchesters von Auschwitz.

Bejarano kämpft gegen das Vergessen

Als eine der letzten Überlebenden des Frauenorchesters kämpft Esther Bejarano bis heute und auch mit ihren 94 Jahren gegen das Vergessen. Sie engagiert sich politisch gegen Faschismus und für Toleranz, setzt sich als Zeitzeugin für Aufklärungsarbeit in Schulen und für Erinnerungsarbeit ein und ist Mitbegründerin sowie Vorsitzende des Auschwitz-Komitees.

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