In der Kindertagesstätte betreut eine Erzieherin die Krippenkinder. (Foto: dpa)

Erzieherinnen beklagen Überforderung

Karin Mayer   28.01.2019 | 08:12 Uhr

Die Erzieherinnen im Saarland schlagen Alarm. Weil Kinder immer früher und länger in den Krippen und Tagesstätten betreut werden, reiche das Personal hinten und vorne nicht mehr. In einem Schreiben wendet sich die Gewerkschaft Verdi nun an verantwortliche Politiker.

Kita-Erzieherinnen am Limit
Audio [SR 3, (c) SR Karin Mayer, 28.01.2019, Länge: 02:16 Min.]
Kita-Erzieherinnen am Limit

Immer mehr Aufgaben, zu wenig Zeit und vor allem: zu wenig Personal - das sei Alltag in den Kitas. Durch Urlaub und Krankheitszeiten werde die vorgesehene Mindestpersonalzahl häufig nicht erreicht, sagt Stefan Schorr von Verdi Rheinland-Pfalz Saarland. Kinder könnten aber nur gut betreut werden, wenn die Beschäftigten nicht unter Dauerstress stünden. Er fordert die Landesregierung auf, in die Qualität der Kinderbetreuung zu investieren.

Dank dem Gute-Kita-Gesetz kann das Land bis 2022 insgesamt 65 Millionen Euro zusätzlich für Kitas und Krippen ausgeben. Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) will einen Großteil des Geldes, nämlich 47 Millionen Euro, dafür nutzen, um die Elternbeiträge zu senken. Nur etwa ein Viertel des Geldes soll in die Qualität der Einrichtungen fließen.

Commerçon verteidigt Personalschlüssel

Den Mindestpersonalschlüssel will Commerçon nur in besonders belasteten Einrichtungen verändern. Dem SR sagte er, das Geld solle nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden. Der Personalschlüssel sei deutlich besser als vor 15 Jahren. Die Verbesserungen durch das Gute-Kita-Gesetz-sollen ab August 2019 umgesetzt werden.

Video [aktueller bericht, 28.01.2019, ab: 16:49 Min.]
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Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 28.01.2019 berichtet.

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