Anlage Duhamel in Ensdorf (Foto: RAG/Pressefoto)

Grubenwasser: Aussprache in Ensdorf

mit Informationen von Karin Mayer   03.06.2019 | 18:23 Uhr

Soll das Grubenwasser steigen oder nicht? Knapp 200 Bergbaubetroffene und Vertreter von Kommunen waren am Montag auf das Gelände der RAG in Ensdorf gekommen. Trotz vieler Wortmeldungen gelang es am ersten Tag des Erörterungstermins, fast die Hälfte der Tagesordnungspunkte abzuarbeiten.

Video [aktueller bericht, 03.06.2019, Länge: 3:49 Min.]
RAG will Gruben fluten

Die Gemeinden Lebach, Saarwellingen, Nalbach, Illingen und Dillingen hatten versucht, per Antrag den Erörterungstermin zu stoppen. Die Bergbehörde mache es vielen Menschen unmöglich, sich zum Verfahren zu äußern. Für Berufstätige sei es anhand der vorliegenden Tagesordnung kaum planbar, wann sie zu Wort kommen. Für andere sei der Veranstaltungsort auf dem Gelände der RAG nicht zumutbar. Für die Bergbehörde war das allerdings kein Grund, den Erörterungstermin zu verschieben. Der Antrag der Kommunen wurde am Nachmittag abgewiesen.

Der Illinger Bürgermeister Armin König hat im Erörterungstermin auf befürchtete Schäden an Gas- und Wasserleitungen hingewiesen. Er hält zudem das gesamte Genehmigungsverfahren für fehlerhaft und unzulässig.

Mögliche Schäden an Häusern, aber auch Gefahren für die Umwelt waren weitere wichtige Themen der Fragesteller. Die Bergbehörde und die RAG haben die Fragen meist direkt beantwortet und auf die vorliegenden Gutachten verwiesen.

Kritik an Veranstaltungsort

Weil mehrere tausend schriftliche Einwendungen beim Oberbergamt eingegangen sind, ist völlig offen, wie lange der Erörterungstermin insgesamt dauern wird. Sowohl am Veranstaltungsort als auch an der Organisation gab es im Vorfeld Kritik von den betroffenen Kommunen. Die Bergbehörde hat zuletzt von einem Gutachter feststellen lassen, dass die Medien nicht per se zugelassen werden. 

Grubenwasser-Erörterung: Großer Ansturm bleibt aus
Audio [SR 3, (c) Karin Mayer, 03.06.2019, Länge: 05:19 Min.]
Grubenwasser-Erörterung: Großer Ansturm bleibt aus
SR 3 Reporterin Karin Mayer berichtet aus dem Zelt bei der alten Grube Ensdorf.

Pumpen sollen abgestellt werden

Die RAG plant das Grubenwasser unter Tage auf Minus 320 Meter ansteigen zu lassen. Die Pumpen im Bereich des Bergwerks Reden sollen dafür abgestellt werden. Kritiker warnen vor neuen Erschütterungen, vor Hebungen im Gelände und Gefahren für das Trinkwasser.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 03.06.2019 berichtet.

Artikel mit anderen teilen