Demonstration von Fridays for Future für das Klima am 29.11.2019 in Saarbrücken (Foto: Roswitha Böhm/SR)

3500 Menschen demonstrieren in Saarbrücken

Roswitha Böhm   29.11.2019 | 18:29 Uhr

Als Teil des vierten globalen Klimastreiks haben in Saarbrücken am Freitag 3500 Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert. Die Teilnehmer der von der Fridays for Future-Bewegung organisierten Demo fordern einen Richtungswechsel in der Klimapolitik. Bundesweit sind Klimaschützer in über 500 Städten auf die Straße gegangen.

„Kurzstreckenflüge nur für Insekten“, „The Snow must go on“ und „Life in Plastic – It's not fantastic“ stand auf den Plakaten der rund 3500 Menschen, die sich vor dem Staatstheater in Saarbrücken versammelt hatten. Sie fordern einen Neustart für das Klima. #Neustart war auch das Motto der bundesweiten Demonstrationen, zu denen Fridays for Future aufgerufen hatte.

Video [aktueller bericht, 29.11.2019, Länge: 2:11 Min.]
Vierter Internationaler Klima-Aktionstag

Laut Julius Groß von Fridays for Future Saarland ist es die aktuelle Klimapolitik der Bundesregierung, die neu gestartet werden muss. „Mit dem aktuellen Klimapaket, oder besser gesagt: Klimapäckchen, ist ein echter Klimaschutz nicht möglich“, sagte er. Es müsse vollkommen neu aufgelegt werden, damit es sozial gerecht und von allem endlich wirksam werde. Und das gehe nicht ohne einen höheren CO2-Preis. Deswegen ärgert er sich darüber, dass der Bundesrat, der am Freitag Teile des Klimapakets abgelehnt hat, den CO2 Preis nicht beanstandet hat.

Kritik am Klimapaket

Demonstration für mehr Klimaschutz
Audio [SR 3, (c) SR3, 29.11.2019, Länge: 03:21 Min.]
Demonstration für mehr Klimaschutz

„Wir schicken das Päckchen zurück“, sagte Rune Becker von Parents for Future. Auch er ist unzufrieden mit dem Klimapaket. „Wir müssen nochmal neu anfangen“, forderte er. Und das heißt auch: Weiter demonstrieren. „Wir haben ja nicht nur alle vier Jahre die Möglichkeit unsere Demokratie zu leben, sondern jeden Tag.“ Am Freitag trat die Elterninitiative Parents for Future Saarland zum ersten Mal unter dem neuen Motto Saarland for Future auf. „Das Klima betrifft nicht nur die Jugend und die Eltern, sondern es geht um uns alle“, erklärte Becker. Durch das Motto wollen sie sich breiter aufzustellen und alle Menschen einzuladen, mitzumachen.

Unterstützt wurden die Schüler und Studenten von Fridays for Future auch von der Landeselterninitiative für Bildung. Vor der Johanneskirche gab es außerdem eine öffentliche Meditation fürs Klima unter dem Motto „Meditation for Future“. Verpflegung haben die Omas gegen Rechts beigesteuert: Sie versorgten die Demonstranten mit 10.000 selbstgebackenen Fridays for Future-Keksen.

Weltweite Demonstrationen

Nach einer Ansprache der Organisatoren zogen die Demonstranten durch die Innenstadt. Abkehr von der Kohle, Fahrrad statt Auto und den Stopp des Bienensterbens – das fordern sie auf ihren Plakaten. Aber auch nachhaltigeren Konsum. Ein Mädchen trug ein Schild, auf das es leere Zahnpastatuben geklebt hatte. „Produziert weniger Plastikmüll“ stand darauf. Sie trug es vorbei an der vollen Fußgängerzone, wo Menschen über den Weihnachtsmarkt bummelten oder den Black Friday zur Schnäppchenjagd nutzten.

Die Demo in Saarbrücken war Teil des vierten globalen Aktionstags von Fridays for Future und anderen Klimabewegungen. In mehr als 150 Ländern sind Menschen für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens auf die Straße gegangen. Sie haben noch einmal ihre Stimme hören lassen, bevor am Montag die UN-Klimakonferenz in Madrid beginnt. Julius Groß von Fridays for Future Saarland hofft, dass sich die teilnehmenden Länder dort klar zum 1,5-Grad-Ziel von Paris bekennen und dass dann endlich verbindliche Maßnahmen ergriffen werden.

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 29.11.2019 berichtet.

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