Martin Welker  (Foto: Imago Images/Jan Hübner)

Staatsanwaltschaft geht Welkers Vorwürfen nach

Thomas Gerber   14.10.2020 | 18:10 Uhr

Der Chef der städtischen Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU), Martin Welker, soll demnächst von der Polizei zu mutmaßlichen Unregelmäßigkeiten beim Bau des Ludwigsparkstadions vernommen werden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem SR, dass seinen Vorwürfen nachgegangen werde.

Da die Hinweise allerdings äußerst vage seien, habe man kein eigenes Ermittlungsverfahren eingeleitet, so die Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe spielten vielmehr in einem bereits anhängigen Strafverfahren wegen versuchter Körperverletzung und Nötigung eine Rolle.

Zwei Mitarbeiter im Fokus

Dieses Verfahren war nach SR-Informationen von Martin Welker selbst, Chef der städtischen Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU), durch eine Strafanzeige ins Rollen gekommen. Bei einer Auseinandersetzung mit zwei Mitarbeitern des St. Ingberter Bauunternehmens Peter Gross sollen diese auf der Baustelle Ludwigspark gegenüber ihm handgreiflich geworden sein. Welker hatte angegeben, dass er mit einer Wasserwaage bedroht worden sei. Einer der beiden Beschuldigten habe zudem erklärte, dass er ihm "das Genick brechen werde", sollte die Stadt offene Rechnungen nicht bezahlen.

Klage von Peter Gross

Im Laufe des Disputs und bei einer ersten Vernehmung durch die Polizei soll Welker erklärt haben, dass die in Rechnung gestellten Leistungen gar nicht erbracht worden seien. Gegenüber dem SR sprach Welker von einer "Selbstbedienungsmentalität", die auf der Baustelle geherrscht habe. Zu diesen Vorwürfen soll Welker nun offenbar von der Polizei gezielt vernommen werden.

Das Bauunternehmen Peter Gross hatte zuletzt angekündigt, die Stadt auf Zahlung von 850.000 Euro zu verklagen. Rechnungen für erbrachte Bauleistungen stünden seit Monaten offen. Geschäftsführer Philip Gross hatte Welker zudem öffentlich vorgeworfen, auf der Baustelle "nach Gutsherrenart" zu agieren und Mitarbeiter unter Druck zu setzen.

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