Aktenstapel (Foto: dpa/Johannes Eisele)

Staatsanwaltschaft durchsucht GIU-Zentrale

Thomas Gerber   12.11.2020 | 18:01 Uhr

Die Saarbrücker Gesellschaft für Innovation und Unternehmensförderung (GIU) und der Eigenbetrieb für Beteiligungsmanagement sind am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft durchsucht worden. Es geht offenbar um den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit geplanten Honorarzahlungen an den derzeitigen GIU-Geschäftsführer und früheren GIU-Berater Martin Welker.

Insgesamt geht es um ein Honorar von 1,8 Millionen Euro, das Welker noch aus seiner Beratertätigkeit für die GIU zustehen soll: Für Leistungen, die der Rechtsanwalt in den Jahren 1999 bis 2017 erbracht haben soll. Die Staatsanwaltschaft hegt den Verdacht der Untreue.

Video [aktueller bericht, 12.11.2020, ab Minute: 18.35]
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Dabei geht es zumindest bisher nicht um die Frage, ob das Honorar möglicherweise überhöht war, sondern um die Frage der Verjährung. Denn normalerweise verjähren solche Honoraransprüche nach drei Jahren: Ein Großteil der Ansprüche Welkers gegen die GIU könnten also eigentlich hinfällig sein.

Ermittlungen gegen Unbekannte

Noch ermittelt die Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben gegen unbekannte Verantwortliche der städtischen GIU, klar ist aber, dass die damals verantwortlichen Geschäftsführer demnächst als Beschuldigte geführt werden dürften.

Und nicht nur die: Die Summe von 1,8 Millionen Euro war im Rahmen von Vergleichsverhandlungen zwischen der GIU und Welker zustande gekommen und diesem Vergleich hatte der GIU-Aufsichtsrat im Juni 2017 einstimmig zugestimmt. Aufsichtsratsvorsitzende war damals Ex-Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die nun auch mit Ermittlungen rechnen muss.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 12.11.2020 berichtet.

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