Kleine Flaschen und Spritzen mit dem Wirkstoff für eine Corona-Schutzimpfung stehen bereit (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Impfangebot für jeden Bürger bis zum Ende des Sommers

  01.02.2021 | 20:30 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel hält an der Prognose fest, dass jedem Bürger bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden kann. Bis die Lieferengpässe behoben sind, will das Saarland ausreichend Dosen für die Zweitimpfung zurückhalten.

Digitaler Impfgipfel im Kanzleramt
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 01.02.2021, Länge: 01:20 Min.]
Digitaler Impfgipfel im Kanzleramt

Trotz der Lieferengpässe bei den Impfstoffen gegen das Coronavirus hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an der Zusage fest, bis zum Ende des Sommers jedem Bürger ein Impfangebot machen zu können. Die "Aussage, dass wir bis Ende des dritten Quartals jedem Bürger ein Impfangebot machen können", könne "aufrecht erhalten werden", sagte Merkel nach den Spitzenberatungen von Bund, Ländern und Pharmaindustrie am Montag in Berlin.

Dies gelte sogar, wenn lediglich die bereits zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca verimpft werden könnten, ohne dass bis dahin weitere Impfstoffe zugelassen sind.

Saarland hält Dosen für Zweit-Impfung zurück

Impfangebot für alle Bürger bis zum Ende des Sommers
Audio [SR 1, Christian Balser, Patrick Wiermer, 02.02.2021, Länge: 02:00 Min.]
Impfangebot für alle Bürger bis zum Ende des Sommers

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte, dass das Saarland weiterhin ausreichend Dosen für die Zweit-Impfung zurückhalten will - solange Lieferengpässe bestehen. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Impfung auch tatsächlich maximalen Schutz biete.

"Wir wollen im Saarland keinen Schnelligkeitswettbewerb gewinnen und dadurch die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen." Es nütze nichts, wenn das Saarland bundesweit die Liste der Erst-Impfungen anführe, dann aber nicht genug Dosen für die zweite Impfung habe.

AstraZeneca bei Jüngeren verimpfen

Mit dem zuletzt zugelassenen Impfstoff von AstraZeneca sollten aus Sicht von Hans zunächst das jüngere Pflege- und medizinische Personal, sowie jüngere Menschen aus der Risikogruppe geimpft werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt das AstraZeneca-Vakzin derzeit nur für  18- bis 64-Jährige. Zur Beurteilung der Wirksamkeit bei älteren Personen seien die Daten nicht ausreichend.

"Die Impfung ist derzeit unsere größte Hoffnung, die Corona-Pandemie nachhaltig in den Griff zu bekommen", sagte Hans. Der Flaschenhals sei dabei die Verfügbarkeit des Impfstoffs. "Die Lösung wird uns nur mit einem engen und vertrauensvollen Miteinander aus Wirtschaft und Politik gelingen", so Hans.

Biontech will Produktion um 50 Prozent steigern

Unterdessen kündigte der Impfstoffhersteller Biontech an, in diesem Jahr zwei Milliarden Dosen seines Vakzins herzustellen und damit die bisher erwartete Produktion von 1,3 Milliarden Dosen um mehr als 50 Prozent zu steigern. Die Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs seien erfolgreich abgeschlossen worden. "Nun sind wir zurück im eigentlichen Zeitplan für die Lieferung von Impfstoffdosen an die Europäische Union."

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 01.02.2021.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja