Flagge Frankreich (Foto: dpa)

"En Marche" in Grand Est vorne

Lisa Huth / Onlinefassung: Anne Staut   12.06.2017 | 10:02 Uhr

Bei den Wahlen zur Nationalversammlung haben die Wähler der Region Grand Est im ersten Wahlgang überwiegend für die Präsidentenpartei „En Marche“ gestimmt. Nur im Département Ardennes liegen die Konservativen Republikaner vorne.

Während sich Macrons Partei "La République en Marche" in der Region Grand Est über ein gutes Wahlergebnis freuen kann, blicken die Sozialisten auf eine krachende Niederlage zurück: Die bislang regierende Partei ist in sieben von zehn Départements überhaupt nicht mehr vertreten. Die Linken schafften es nur in einem einzigen Département in die Stichwahl am kommenden Sonntag. Der rechtsradikale Front National hat es im Elsass in keinem einzigen Wahlkreis in die Stichwahl geschafft. Besonders stark vertreten ist er hingegen im saarländischen Nachbar-Département Moselle.

aktuell - 18.00 Uhr: Interview mit Patricia Oster-Stierle (12.06.2017)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 12.06.2017, Länge: 02:24 Min.]
aktuell - 18.00 Uhr: Interview mit Patricia Oster-Stierle (12.06.2017)

Parlamentswahl in Frankreich: Reaktionen bei unseren Nachbarn in Forbach
Audio [SR 2, Lisa Huth, 12.06.2017, Länge: 04:09 Min.]
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Im Wahlkreis Forbach liegt der rechtsradikale Kandidat des Front National, Florian Philippot mit knapp 24 Prozent vor dem En-Marche-Kandidaten Christophe Arend. In seinem Hauptquartier, der Kneipe "Gold" in Forbach, zeigte Florian Philippot sich dennoch enttäuscht über sein Ergebnis. Bereits jetzt haben mehrere der anderen 15 Kandidaten im Wahlkreis Forbach dazu aufgerufen, im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag Christophe Arend zu wählen.

Vor zwei Wochen noch quasi völlig unbekannt, hat dieser aus dem Stand rund 22 Prozent geholt. Die Wahl sei noch nicht gewonnen, sagte er bescheiden. Aber schon ist klar, was bei Christophe Arend Priorität haben wird, sollte er als Sieger aus der zweiten Runde hervorgehen: Die Arbeitslosigkeit bekämpfen. Dafür habe er, so Arend, bereits jetzt mit allen wichtigen Akteuren in der Region, auch im Saarland, Kontakt aufgenommen.

"En Marche" in Moselle größtenteils vorne

Im Wahlkreis Saargemünd liegt der bisherige Abgeordnete und Bürgermeister von Saargemünd, Céleste Lett (Les Républicains), mit rund 35 Prozent vorne.

Insgesamt gibt es neun Wahlkreise. In allen ist die Präsidentenpartei En Marche weiter gekommen, in fünf davon der Front National. In den anderen vier Wahlkreisen sind die Konservativen in der zweiten Runde. Die Sozialisten sind nirgendwo im Departement Moselle vertreten.

Situation in Gesamtfrankreich

Mit mehr als 32 Prozent aller Stimmen liegt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach dem ersten Wahlgang in Frankreich vorne. Sollte sich das bis zum zweiten Wahlgang am Sonntag nicht ändern, wäre Macron die absolute Mehrheit im Parlament sicher.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.06.2017 berichtet.

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