Gewerbegebiet Lisdorfer Berg (Foto: SR/Patrick Wiermer)

Mehrheit für Erweiterung am Lisdorfer Berg

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   19.04.2021 | 11:54 Uhr

In Saarlouis hat sich eine deutliche Mehrheit der Anwohnerinnen und Anwohner für eine Erweiterung des Industriegebiets Lisdorfer Berg ausgesprochen. Insgesamt 63,3 Prozent der abgegebenen Stimmen waren für die Erweiterung, 36,5 Prozent dagegen.

Die Wahlbeteiligung lag insgesamt bei 39,7 Prozent. Fast alle Stadtteile stimmten mehrheitlich mit "Ja". Nur im Stadtteil Neuforweiler gab es eine Mehrheit gegen die Erweiterung. Oberbürgermeister Peter Demmer (SPD) ist erleichtert über das Ergebnis. Damit sei für die Stadt nun eine "wichtige Weiche" gestellt.

Video [aktueller bericht, 19.04.2021, Länge: 2:52 Min.]
Erweiterung des Industriegebiets Lisdorfer Berg

Chance auf Arbeitsplätze

Die Bürgerbefragung zeige, dass es möglich sei, Mehrheiten für Großprojekte zu gewinnen, sagte Stadtratsmitglied Marc Speicher (CDU) dem SR. Die Industrieakzeptanz im Raum Saarlouis sei nach wie vor groß. Kirsten Cortez de Lobao (FDP) betonte, die Chance auf neue Arbeitsplätze sei in der Abstimmung entscheidend gewesen.

Die Grünen im Stadtrat hatten sich gegen die Erweiterung ausgesprochen. Stadtratsmitglied Hubert Ulrich (Grüne) hatte sich dafür ausgesprochen das Gelände des Kraftwerks Ensdorf als Industriefläche zu nutzen, anstatt weitere Fläche zu versiegeln. Es sei ein Erfolg der Grünen, dass die Erweiterung auf 50 Hektar begrenzt worden sei.

Positive Reaktionen aus der Wirtschaft 

Die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) sprach von einer "Richtungsentscheidung für Ansiedlungen und künftige Arbeitsplätze". Sie sicherte zu, dass auch die Bedenken der Gegner nicht unter den Tisch fallen.

Mehrheit für Erweiterung am Lisdorfer Berg
Audio [SR 3, Karin Mayer, 19.04.2021, Länge: 03:06 Min.]
Mehrheit für Erweiterung am Lisdorfer Berg

Die Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände VSU hat die Entscheidung als gutes Signal bezeichnet. Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter teilt mit, das Land brauche Möglichkeiten, neue Unternehmen anzusiedeln. Es sei sinnvoll, die Erweiterung in Angriff zu nehmen. Gleichzeitig müssten auch bestehende Altflächen nutzbar gemacht werden.

Die Industrie- und Handelskammer des Saarlandes sieht die klare Mehrheit der Bürgerbefragung als wichtigen Meilenstein für die Zukunft des Industriestandortes. Hauptgeschäftsführer Frank Thomé erkennt darin ein starkes Willkommenssignal an potenzielle Investoren.

Planung dauert vier bis fünf Jahre

Die Planungen für die neue Industriefläche werden voraussichtlich vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen. An der Abstimmung haben sich 13.055 von insgesamt 32.900 Wahlberechtigten beteiligt. Nach Angaben der Stadtpressestelle wurden 8356 Ja-Stimmen und 4763 Nein-Stimmen abgegeben, 35 Stimmen waren ungültig. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 18.04.2021 berichtet.

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