Geldnoten auf einem Heizkörper (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul)

Gas wird im Saarland 2022 teurer

Axel Wagner   22.09.2021 | 15:35 Uhr

Viele Verbraucher im Saarland müssen sich auf höhere Gaspreise ab 2022 einstellen. Wie zahlreiche bundesweite Anbieter wollen auch saarländische Gasversorger ihre Preise erhöhen. Gründe sind vor allem hohe Einkaufspreise und leere Speicher.

Erdgas ist bei Hauseigentümern die beliebteste Art zu heizen. Im Saarland heizt nach statistischen Untersuchungen rund die Hälfte aller Haushalte damit, weit vor anderen Energieträgern.

Nun warnen Online-Verbraucherportale vor steigenden Gaspreisen im Herbst. Verivox und Check24 sagen Preissteigerungen zwischen zehn und zwölf Prozent voraus.

Genaue Tarife im Saarland noch unklar

Für Marcel Dubois, Geschäftsführer der KEW Neunkirchen, stehen zwar zum Jahreswechsel auch Preiserhöhungen ins Haus, aber so hoch werden sie wohl nicht ausfallen. „Es wird eine moderate Anpassung geben“, sagte er dem SR. Wie hoch die ausfällt, das werde noch beraten und bei einer Aufsichtsratssitzung Anfang Oktober entschieden. „Wir sind gerade am Rechnen“, sagt Dubois.

Auch die EnergieSaarlorLux, einer der größten Versorger im Saarland, wird wohl Anfang kommenden Jahres die Gaspreise erhöhen, allerdings stehen die genauen Zahlen auch hier noch nicht fest.

„Wir haben dieses Jahr eine Gaspreisgarantie“, sagt Pressesprecher Stefan Eichacker. Über das kommende Jahr könne man noch keine Aussagen treffen.

Auch Energis will voraussichtlich Anfang 2022 die Preise erhöhen. Das genaue Datum stehe allerdings noch nicht fest, teilte das Unternehmen mit.

Leere Speicher, hohe Einkaufspreise

Gründe für die steigenden Gaspreise gibt es viele: Die Einkaufspreise für Erdgas etwa sind wegen der hohen Nachfrage in der Zeit der Corona-Pandemie und auch wegen relativ leerer Speicher stark gestiegen. Der Börsenpreis für eine Megawattstunde Erdgas lag am Dienstag auf dem Allzeithoch von 44,03 Euro – ein Anstieg binnen eines Jahres um 451 Prozent.

In Deutschland sind die Gasspeicher aktuell zu weniger als zwei Drittel gefüllt, wie auf der Datenplattform der Betreiber AGSI+ nachzulesen ist. Zum Vergleich: Vor einem Jahr betrug der Füllstand zu diesem Zeitpunkt gut 94 Prozent.

Dass die Speicher vergleichsweise schlecht gefüllt sind, hat unterschiedliche Gründe. Ausfälle und Wartungsarbeiten an der Gas-Infrastruktur in Europa etwa hätten zur Folge gehabt, „dass die Gasspeicher nicht so stark wie sonst üblich über den Sommer gefüllt werden konnten“, sagte Eren Çam vom Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität Köln gegenüber der Tagesschau. Der Essener Energiekonzern RWE verweist zudem auf das Auslaufen der Erdgasproduktion in den Niederlanden.

CO2-Besteuerung wirkt sich auch aus

Hinzu kommt noch, dass die Besteuerung von CO2 Anfang kommenden Jahres steigen soll. Ab 2022 werden pro Kilowattstunde Erdgas statt bisher 0,46 Cent dann 0,55 Cent CO2-Abgabe fällig.

Auch Heizöl ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr deutlich teurer geworden - mit steigender Tendenz für das kommende Jahr.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 23.09.2021 berichtet.

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