EIn Bund Blumen liegt auf einem Steinblock (Foto: unsplash/Toa Heftiba)

Zahl der Todesfälle im Saarland 2020 leicht erhöht

Thomas Braun   29.01.2021 | 16:29 Uhr

Im Saarland sind im vergangenen Jahr 340 Menschen mehr gestorben als im Schnitt der Vorjahre - ein Plus von 2,5 Prozent. Deutlich dramatischer ist die Entwicklung in anderen Bundesländern, insbesondere wegen hoher Sterbefallzahlen im Dezember.

Im Saarland sind im vergangenen Jahr insgesamt 13.739 Menschen gestorben, wie aus vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Das sind etwa 340 Sterbefälle mehr als im Schnitt der vier Jahre zuvor - aber 130 weniger als 2018, als es deutschlandweit eine schwere Grippewelle gab.

Während die Sterbefallzahlen von Januar bis März unter den Durchschnittswerten der Vorjahre lagen, gab es im April - also zum Höhepunkt der ersten Coronawelle - ein Plus von knapp neun Prozent. Danach sanken die Fallzahlen wieder unter die Vorjahreswerte.

Einen erneuten Anstieg gab es im August, offenbar in Folge einer Hitzeperiode, und dann insbesondere wieder im November und Dezember. In diesen beiden Monaten wurden 150 (+13,8 Prozent) und 190 (+16,5 Prozent) Verstorbene mehr gezählt als in den Vorjahren.

Sterbefallzahlen in Sachsen im Dezember verdoppelt

In anderen Bundesländern verlief die Entwicklung wesentlich dramatischer. In Sachsen, das während der zweiten Coronawelle besonders stark betroffen war, verstarben im Dezember fast 10.000 Personen - und damit mehr als doppelt so viele wie in den Vorjahren. In Brandenburg und Thüringen gab es mit 48 Prozent beziehungsweise 42 Prozent Verstorbenen mehr ebenfalls ein deutliches Plus.

Auch aufs gesamte Jahr betrachtet sind die Sterbefallzahlen in Sachsen und Brandenburg mit jeweils einem Plus von über zehn Prozent spürbar erhöht. Nur leicht über dem Durchschnitt lagen die Werte hingegen in Schleswig-Holstein und im Saarland.

Sterbefallzahlen 2020 insgesamt gestiegen

Bundesweit sind im vergangenen Jahr mindestens 982.000 Menschen verstorben - rund 48.000 (+ fünf Prozent) mehr als in den Vorjahren. Die Zahl könnte noch steigen. Erfahrungsgemäß würden noch rund 10.000 Fälle erst in den kommenden Wochen nachgemeldet, teilte das Statistische Amt mit

Die höchsten Todesfallzahlen gab es im Dezember mit über 106.000 Verstorbenen - 29 Prozent mehr als im Schnitt der Jahre 2016 bis 2019. Mehr als 100.000 Sterbefälle in einem Dezember gab es nach Angaben des Statistischen Amtes in Deutschland zuletzt vor über 50 Jahren im Zuge der Hong-Kong-Grippe. Bei knapp jedem fünften der im vergangenen Monat gemeldeten Todesfälle war zuvor eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt worden.

Mehrere Faktoren beeinflussen Sterbefallzahlen

Um die Entwicklung der Sterbefallzahlen richtig einzuordnen, müssen laut Statistischem Amt neben der Corona-Pandemie mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Zum einen sei 2020 ein Schaltjahr gewesen - alleine durch diesen zusätzlichen Tag sei ein Anstieg um 3000 Todesfälle erwartbar gewesen.

Zudem müsse man Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigen. Auch dadurch steigen die Todesfallzahlen - geschätzt um etwa ein bis zwei Prozent, also rund 10.000 bis 20.000 Personen.

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