Arbeiter auf einer Baustelle (Foto: dpa)

Positives Jahr für Saar-Wirtschaft

  16.12.2017 | 08:30 Uhr

Die saarländische Wirtschaft hat wieder an Aufwind gewonnen. Das geht aus den aktuellen Konjunkturdaten des Statistischen Amtes hervor. Demnach blicken sowohl die Industrie, als auch Bauwirtschaft und Handel auf ein erfolgreiches Jahr. Zudem ist Frankreich erstmals seit langer Zeit nicht mehr der größte Importpartner des Saarlandes.

Im saarländischen Außenhandel läuft es rund. Das Saarland konnte seine Exporte erhöhen, gleichzeitig stiegen auch die Importe deutlich an.  Statt Frankreich nimmt nun allerdings Spanien mit Einfuhren im Wert von 1,8 Milliarden Euro die Spitzenposition beim Import ein. Auf Platz drei der Importländer liegt Großbritannien, zugleich waren die britischen Inseln das wichtigste Abnehmerland für das Saarland.

Erfolgreiches Jahr für Industrie, Bauwirtschaft und Einzelhandel

Die großen Industriezweige blicken größtenteils auf ein sehr positives Ergebnis. Insbesondere der Maschinenbau und die Stahlindustrie konnten ein deutliches Umsatzplus verzeichnen. Weniger gut lief es in der Automobilindustrie. Dort fielen durch produktionstechnische Umstellungen im Fahrzeugbau sowohl die Umsätze als auch die Produktion geringer aus. Allerdings deutet sich auch in diesem Bereich eine positive Entwicklung an: Bis Ende September 2017 gab es ein deutliches Plus bei den Aufträgen.

Die Bauwirtschaft befindet sich ebenfalls im Aufwind. Wachstumsimpulse kamen dabei vor allem aus den Bereichen Wohnungs- und Straßenbau.

Im Einzelhandel verbesserten sich die Umsätze sowohl im Handel mit Kraftfahrzeugen, als auch im übrigen Handel. Auch die Tourismusbranche darf auf ein weiteres Spitzenjahr hoffen.

Mehr Energieverbrauch und höhere Kosten für Verbraucher

In der Stromproduktion stieg die Bruttostromerzeugung von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahr um 34,4 Prozent auf insgesamt 3,5 Millionen Megawattstunden. Größter Stromlieferant ist mit fast 80 Prozent nach wie vor die Steinkohle.

Auf die Verbraucher kamen von Januar bis November höhere Kosten zu. Vor allem beim Heizöl und beim Tanken stiegen die Preise an. Den größten Anstieg gab es jedoch bei den Butterpreisen. So kostete ein Stück Butter durchschnittlich fast 50 Prozent mehr als vorher.

Weniger Arbeitslose und Insolvenzen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich wie auch im Bundestrend entspannt. Insbesondere in den Bereichen Handel und Gastgewerbe, IT-Dienstleistung sowie Unterrichts-, Gesundheits- und Sozialwesen wurde mehr Personal eingestellt. Ende November waren im Saarland 32 609 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 1774 weniger als im Vorjahr.

2017 stellten die Statistiker außerdem ein leichter Anstieg bei den Betriebsgründungen fest, gleichzeitig gab es etwas weniger Betriebsstillegungen. Eine deutliche Veränderung zeichnet sich zudem bei den Unternehmensinsolvenzen ab. Hier wurden bis Ende September mehr als ein Drittel weniger Insolvenzen angezeigt als im Vorjahreszeitraum. Dabei erreicht das Saarland hier den niedrigsten Insolvenzwert für die ersten neun Monate des Jahres seit langem.

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